Zahlungspflicht für privat versicherte Kinder bei Trennung

Wenn im Trennungsfall die Arztrechnungen für privat Versicherte Kinder vom Versicherungsnehmer nicht bezahlt werden, wird der Ex-Partner in die Leistungspflicht genommen. Die Zahlungspflicht bleibt bei der Trennung in der Familie. Eine genaue gesetzliche Regelung fehlt.

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Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Im Falle von Scheidungen sind das meist die Anwälte. Denn hier gibt es oft so einiges zu holen. Vor allem, wenn sich das einst glücklich vereinte Paar so gar nicht mehr grün sind und einer der Streithähne versucht, den anderen emotional und/oder finanziell in den Wahnsinn zu treiben. Ein probates Mittel hierfür ist z. B. die private Krankenversicherung für Kinder. Zahlt hier der Versicherungsnehmer die Arztrechnungen für die versicherten Kinder nicht, bleiben die Kosten am Partner hängen, auch wenn der gar nicht bei der Versicherung privat versichert ist.

Dich mach ich fertig!

Zum Zeitpunkt der Trennung versprach der Ehemann und Kindsvater seiner sich trennenden Frau: „Dich mach ich fertig. Du wirst schon sehen!“ Und er macht sein Versprechen wahr. Denn seither tobt ein Streit der Extraklasse. Unterhaltszahlungen bleiben aus, Verdienstnachweise werden nicht erbracht, die Kinder manipuliert. Die jetzt alleinerziehende Frau ist mit den Nerven am Ende. Besonders aufreibend ist die Begleichung der anstehenden Arztrechnungen. Der Kindsvater ist mit seinen Kindern bei einer privaten Krankenversicherung versichert. Allerdings begleicht er die anstehenden Arztrechnungen, die jetzt schon in die Tausende gehen nicht. Für die Mutter eine schwierige Situation. Denn nun wird sie zur Kasse gebeten Aber, zum Einen kann sie die Kosten in Ermangelung von Mitteln nicht begleichen, zum Anderen wird die junge Frau nun schon beim Arztbesuch gebeten, die Rechnung doch bitte gleich zu bezahlen. Peinlich!

Hier hilft nur noch die Klage

Tatsächlich kümmern sich nun seit Jahren Anwälte um die Angelegenheit. Bisher ohne Erfolg. Alle Rechnungen inklusive Mahnbescheide gehen weiterhin an die Adresse der Frau, die finanziell nicht ein noch aus weiß. Auch die Möglichkeit, die beiden Töchter aus der privaten Versicherung herauszunehmen, um sie über sich gesetzlich zu versichern, gibt es nicht, da sie ja nicht der Versicherungsnehmer ist. Solange ihr Ex-Mann hier keine Kündigung ausspricht, bleiben die Kinder Privatpatienten. Die Frau bewegt sich in einem gesetzlichen Graubereich und ist den Bosheiten ihres Ex-Mannes hilflos ausgeliefert. Scheinbar bleibt ihr nur, die Rechnungen zu begleichen und ihren Mann als Versicherungsnehmer auf Zahlung der Kosten zu verklagen. Mit zweifelhafter Aussicht auf Erfolg. Denn die gesetzlichen Mühlen malen langsam – zu langsam für die Nerven und die Gesundheit der kleinen Familie.

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