Wirtschaftszweig Pfandrückgabe

Früher belächelt und bemitleidet, gehören sie heute fast überall zum Stadtbild, die Flaschensammler. Geld verdienen durch Pfandrückgabe wurde in unseren schwierigen Zeiten zum Wirtschaftszweig.

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Überall auf der Welt waren die letzten Jahre geprägt von der Finanzkrise. Die Armut hat in allen Ecken unserer Erde zugenommen und macht auch nicht mehr vor den vermeintlich reichen Industrienationen halt. In Deutschland sind viele Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, sind auf Hartz IV angewiesen. Wer das Unterhaltsgeld aufstocken will und arbeiten geht, hat davon leider nicht viel. Denn der Zuverdienst wird auf Hartz IV angerechnet bzw. davon abgezogen.

Verdienst am Fiskus vorbei

Was also tun, um an Kohle fürs Leben zu kommen. Eine Möglichkeit ist das Sammeln von Pfandflaschen. Und so kommt es, dass die Flaschensammler, die früher belächelt und bemitleidet wurden, heute fast überall zum Stadtbild gehören. Geld verdienen durch Pfandrückgabe wurde in der letzten Zeit zum Wirtschaftszweig. Und es sind nicht mehr nur die Obdachlosen, die nach den Flaschen kramen. Nein, verschuldete Menschen, Hartz IV-Empfänger, Geringverdiener und Ein-Euro-Jobber sind meist nachts oder in den frühen Morgenstunden unterwegs, um ihr Auskommen durch Pfandeinkommen zu verbessern. An Finanzamt, Arbeitsagentur und Krankenkasse vorbei.

Verbesserter Lebensstandard

Wer fleißig sammelt, kann seinen Lebensstandard tatsächlich verbessern. Bis zu 50 Euro kann man an guten Tagen so verdienen. Allerdings müssen die Flaschen eingelöst werden, und das wird mitunter schwierig, da man selten alle an einer Abgabestelle loswird. Aber wie überall gibt es auch hier clevere Köpfe, die aus der Not eine Tugend machen. So gibt es in Hamburg schon „Großsammler“, die frühmorgens den „Kleinsammlern“ ihre Beute für einige Cent weniger als regulär abkaufen.

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