Sonderkündigungsrecht wegen Zusatzbeitrag

Gesetzliche Krankenversicherungen können bei Bedarf einen Zusatzbeitrag erheben, allerdings haben die Krankenversicherten dann auch ein Sonderkündigungsrecht.

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Wenn die gesetzliche Versicherung einen Zusatzbeitrag erhebt, hat der Versicherte ein Sonderkündigungsrecht.

Keine Zuzahlung mehr seit 2012

Erinnern Sie sich? In den Jahren 2010, 2011, 2012 erhoben bis zu 13 Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von durchschnittlich 8 Euro. Dieses Gebahren hatte im Oktober 2012 ein Ende. Seither forderte keine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag mehr ein.
Das wird sich jetzt ändern. Denn ab 1. Januar 2015 können Krankenkassen, die mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds ihren Finanzbedarf nicht mehr decken können, zusätzlich zum einheitlichen Beitragssatz von 14,6 Prozent einen prozentualen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern erheben. Für mitversicherte Kinder oder Partner, die über die kostenlose Familienversicherung krankenversichert sind, wird dieser nicht erhoben.

Aus Erfahrung schlau geworden

In den früheren Jahren war von einer Akzeptanz des Zusatzbeitrags bei den Versicherten kaum etwas zu spüren. Viele Versicherte zahlten einfach nicht. Vermutlich deshalb wird bei Angestellten künftig der Zusatzbeitrag direkt vom Arbeitgeber an die Krankenkassen abgeführt. Bei Sozialhilfeempfängern und Beziehern einer Grundsicherung übernehmen die zuständigen Ämter den Zusatzbeitragssatz. Die Entscheidung über die Höhe des Zusatzbeitragssatzes entscheiden die Verwaltungsräte der einzelnen Krankenkassen und das zum ersten Mal in diesem Herbst. Erhebt eine Kasse einen solchen Zusatzbeitrag erstmalig oder erhöht ihn, gilt ein Sonderkündigungsrecht für die Versicherten. Allerdings muss man sich hier auch an Kündigungsfristen halten. Das bedeutet in den meisten Fällen, dass man die Mitgliedschaft erst zum Ende des übernächsten Monats beenden kann.

Durchschnitt nur für Sondergruppen

Ein durchschnittlicher Zusatzbeitrag gilt für einige spezielle Personengruppen. Diese sind zum Beispiel Geringverdiener, Auszubildende, Frauen im Mutterschutz und Hartz IV-Empfänger. Das Bundesgesundheitsministerium legt die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrags künftig bis zum 01. November für das Folgejahr fest. Grundlage für die Festlegung ist die Empfehlung des GKV-Schätzerkreises. Dieser durchschnittliche Zusatzbeitrag ist eine rein statistische Größe und bildet nicht den Durchschnitt aller kassenindividuellen Zusatzbeiträge ab. Für das Jahr 2018 liegt er bei 1,0 Prozent. Für das Jahr 2019 wird nicht mit einer Erhöhung gerechnet.

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