Schlechte Zahnversorgung bei Pflegebedürftigen

Pflegebedürftige Menschen gehen viel seltener zu Zahnarzt als gesunde.

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Bei der Zahngesundheit pflegebedürftiger Menschen liegt einiges im Argen.

Heim oder Zuhause?

Vergleicht man anhand von Routinedaten die zahnmedizinischen Leistungen für

Pflegebedürftige mit denen Nicht-Pflegebedürftiger gleichen Alters, Geschlechts und gleicher Morbidität. Das Ergebnis ist erschreckend: Die pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden demnach deutlich seltener zahnmedizinisch versorgt als nicht Pflegebedürftige. Während nicht Pflegebedürftige zum Beispiel konservierende, chirurgische und Röntgenleistungen zu 30,4 Prozent je Quartal im Jahr 2012 nutzten, waren es bei Pflegebedürftigen 9,8 Prozentpunkte weniger. Dieser Unterschied variiert außerdem noch nach Versorgungsart und Pflegestufe. Mit Pflegestufe I und häuslicher Pflege beträgt der Unterschied lediglich 5,1 Prozentpunkte. Menschen, die im Pflegeheim mit Pflegestufe III versorgt werden, haben hingegen eine um 16,5 Prozentpunkte verringerte Behandlungshäufigkeit.

Seit Jahrzehnten nicht beim Zahnarzt

Vor allem die Pflegebedürftigen in Heimen sind zahnmedizinisch unterversorgt. Studien zeigen zudem, dass es Pflegebedürftige gibt, die einen Zahnarzt jahrzehntelang nicht gesehen haben. Für mehr als 50 Prozent der Betroffenen liegt der letzte Gang zum Zahnarzt knapp zwei Jahre oder länger zurück. Eine mögliche Ursache der Unterversorgung könnte sein, dass die aktuellen zahnmedizinischen Behandlungsleitlinien kaum auf ältere und pflegebedürftige Menschen eingengen. Psychische Störungen und Erkrankungen wie zum Beispiel werden hier gar nicht erwähnt. Außerdem können viele der Patienten beim Zahnarzt nicht richtig mitarbeiten. Die Behandlung wird so erschwert.

Mehr Hausbesuche nötig

Hier tut Abhilfe dringend not. Denn neben dem persönlichen Leid, steigen die zahnärztlichen Versorgungskosten je sanierungsbedürftiger ein Gebiss ist. Hilfreich könnte zum Beispiel die Errichtung von mehr Schwerpunktpraxen für Pflegebedürftige sein. Außerdem könnten Hausbesuche die Versorgungssituation von Pflegebedürftigen verbessern. Hoffnung bringt außerdem das Versorgungsstärkungsgesetz. Dieses soll nun auch für Verbesserungen der zahnmedizinischen Prävention und Versorgung für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen sorgen.

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