Pflegestärkungsgesetz übersieht Sterbende

Diskussionen um einen würdevollen Tod hat man in Deutschland nicht im Blick.

Anzeige / Inserat

Der erste Teil des Pflegestärkungsgesetzes ist beschlossene Sache. Aber dabei wurden die Sterbenden und deren Angehörige übersehen.

Diskussion um würdevollen Tod

Es ging mal wieder von den USA aus. Dieses Mal geht es aber nicht um Skateboarden, Kaugummi oder Brustimplantate – nein, es ist die Diskussion um würdevolles Sterben, die in den USA den Anfang nahm. Ausgelöst durch die 29-jährige Brittany Maynard, die Anfang November aus dem Leben geschieden ist, durch die eigene Hand, mit Hilfe ihres Arztes, der ein entsprechendes, todbringendes Medikament verschrieben hatte. Die Frau war an einem Gehirntumor erkrankt.

Beschlossene Sache

Nun wurde bei uns der erste Teil des Pflegestärkungsgesetz. Aber, hatten die Entscheider hier die Schwerstkranken, ja die Sterbenden auch im Blick? Dazu äußert sich der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch eher kritisch: „Die Pflegereform bringt zwar einige Verbesserungen. Doch ob die kleinen Schritte, die jetzt groß angekündigt werden, eine Wende zum Guten bedeuten, muss in Frage gestellt werden. Denn in den Familien, in denen die meisten Pflegebedürftigen versorgt werden, kommen nur wenige Euro an.

Es kann jeden treffen

Pflegebedürftigkeit ist unabhängig von Alter, sozialer Stellung und ähnlichem. Es kann jeden treffen. Deshalb ist eine Würde wahrende Pflege für die Gesellschaft wichtig. Aber, nur eine echte Reform nimmt den Menschen die Angst vor der Pflege und verbessert die Arbeit der Beschäftigten. Besonders ärgerlich ist für die Patientenschützer, dass die Sterbenden wieder einmal beinahe unbeachtet bleiben in der Reform. Ein bedarfsgerechtes Angebot palliativer ärztlicher und pflegerischer Sterbebegleitung wurde durch das Pflegestärkungsgesetz scheinbar nicht geschaffen. Zusätzlich zu den bisherigen Pflegestufen, sollte zusätzlich durch die Politik eine eigene Pflegestufe für Sterbende eingeführt werden. Kritik übt die Deutsche Stiftung Patientenschutz auch an dem Pflegevorsorgefonds. „Dieser ist für die junge Generation zu klein und anfällig für Begehrlichkeiten zukünftiger Finanzminister. Der Fonds gehört in die Hände einer Stiftung, um ihn vor dem Zugriff der Politik sicher zu schützen.“

Anzeige / Inserat