Nachbarschaftshilfe bei Steuer ist verboten

Die Steuer ist für viele Menschen ein wahrer Albtraum. Was muss rein, was bleibt besser raus? Gut, wenn man einen Nachbarn hat, der sich auskennt. Besser, man nimmt seine Hilfe nicht in Anspruch. Denn die Nachbarschaftshilfe bei der Einkommenssteuer ist verboten.

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Die Aussicht auf das Erledigen der jährlichen Einkommenssteuer lässt viele Bürger vor Angst und Schrecken erstarren. Wer kennt sich denn noch aus bei dem steuerlichen Wirrwarr, dass in den Finanzministerien entwickelt, in den Finanzämtern ausgeführt und beim Steuerpflichtigen zur Horrorvorstellung wird? Zum Glück gibt es aber mehr oder weniger gut ausgestattete Computerprogramme, die laut der Werbung die Steuer fast alleine erledigen. Wer sich allein auf die moderne Technik nicht verlassen will, aber selbst nicht durchblickt, ist froh, wenn er jemanden kennt, der erste Hilfe leisten kann. Das sollte er besser nicht tun.

Schwarzarbeit statt erste Hilfe

Denn wie jetzt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e. V. (BDL) erklärt, macht man sich strafbar, wenn man erstens: hilft und zweitens: Hilfe annimmt. Die Gründe hierfür finden sich im Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit. Demnach darf auf die Nachbarschaftshilfe zur Erledigung der steuerlichen Pflichten grundsätzlich nicht zurückgegriffen werden. Selbst dann nicht, wenn der Nachbar dafür keine Gegenleistung erwartet. Denn durch seine Unterstützung macht er sich wegen eines Verstoßes gegen das Steuerberatungsgesetz strafbar. Und nicht nur der Helfende kann mächtig Ärger bekommen. Nein, sogar der Steuerzahler ohne Durchblick kann – wenn die „Schwarzberatung“ ans Licht des Finanzamtes kommt – zu einer Strafe verdonnert werden.

Experten im Verein

Wer Hilfe bei der Steuer braucht, sollte sich deshalb entweder einen – zugegebenermaßen meist teuren, aber vereidigten – Steuerberater nehmen. Oder aber in einen Lohnsteuerhilfeverein vertrauen. Sie sind verhältnismäßig günstig (ab ca. 100 Euro Mitgliedsbeitrag jährlich) und in aller Regel auch kompetent. Neben Hilfestellung bei der Erledigung der Einkommen- oder Lohnsteuer wird man hier auch von Experten z. B. zu den Themen Altersvorsorge, Schriftverkehr mit dem Finanzamt und ähnlichem beraten. Außerdem können dort die Bescheide geprüft und im Zweifelsfall Einspruch eingelegt werden.

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