Medizinisch wirksam? Hühnerfleisch enthält viele Antibiotika

Man weiß es nicht genau. Aber sind Hähnchen vielleicht medizinisch wirksam? Gibt es Hühnerfleisch bald auf Rezept? Nach dem Antibiotika-Gehalt im fettarmen Fleisch ist das wohl möglich.

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Wir sind heute so vorsichtig. Vor allem mit Medikamenten. Gerade bei der Verordnung von Antibiotika durch Mediziner halten wir schnell den Atem an. Die Wirkstoffe bekämpfen Bakterien, die unseren Organismus bedrohen. Scharlach, Mittelohrentzündung, Bronchitis, das sind die üblichen Verdächtigen auf dem Krankheitssektor bei dem sie zum Einsatz kommen.

Beim Arzt ist man vorsichtig

Aber, trau, schau, wem! Die erste Frage, die wir dem Arzt bei der Rezeptempfehlung stellen ist meist: „Muss das sein? Können wir das nicht erst nochmal anders versuchen?“ Denn heute wissen wir, zu viele Antibiotika-Einnahmen fördern z. B. Resistenzen. Das heißt, dass die Bakterien es schaffen durch die „Gewöhnung“, die Wirkung der Medikamente abzuschwächen bzw. sogar vollständig aufzuheben. Allerdings werden die Präparate nicht nur zum Bekämpfen von Krankheiten beim Menschen eingesetzt. Sie haben schon lange den Weg in die Geflügelzucht gefunden.


Beim Broiler greift man zu

Bis zum Jahr 2006 war es oft noch üblich und erlaubt, dass Antibiotika in der Geflügelmast zur Förderung des Wachstums eingesetzt wurden. Dadurch wurde die Resistenzentwicklung vorangetrieben. Deshalb ist diese Methode seither in Europa verboten. Dennoch wird wohl weiterhin unbedacht mit den Medikamenten umgegangen. So wird oft ein ganzer Stall antibiotisch behandelt, obgleich nur ein Tier erkrankt ist. Eine Studie des Verbraucherschutzministeriums in Nordrhein-Westfahlen zeigt jetzt, dass in erschreckenden 83 Prozent der getesteten Hähnchen-Mastdurchgängen Antibiotika nachgewiesen werden können. Die Geflügelwirtschaft schreit jetzt auf und spricht von einer unwahren Unterstellung. Dennoch wollen die Verantwortlichen des Bundesverbands der Geflügelschlachtereien die Abgabe von den antibakteriellen Präparaten im Laufe der kommenden fünf Jahr reduzieren – um ganze 30 Prozent. Dann wird’s wohl nichts mit dem Broiler auf Rezept.

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