Krankentagegeld gibt es nur bei völliger Arbeitsunfähigkeit

Vor allem Selbstständigen rettet die Krankentagegeldversicherung oft den finanziellen Hals, wenn im Krankheitsfall Einkommen wegbricht. Diese Zusatzversicherung ist aber nur leistungspflichtig bei völliger Arbeitsunfähigkeit.

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Viele Menschen machen sich dieser Tage selbstständig. Lieber selbst und ständig arbeiten, als Angst vor Arbeitslosigkeit und der Agentur für Arbeit zu haben. Allerdings birgt auch die Selbstständigkeit Risiken wirtschaftlicher Art, egal wie das Geschäft brummt. Wird der Selbstständige oder Freiberufler krank, verdient er nichts und dann wird es gerade auch am Anfang schnell eng auf dem Konto. Deshalb ist eine Krankentagegeldversicherung für sie so wichtig. Hier gilt es aber zu bedenken: Krankentagegeld gibt es nur bei völliger Arbeitsunfähigkeit.

Zusatzversicherung rettet den finanziellen Hals

Die Krankentagegeldversicherung wird häufig zusätzlich zur privaten, aber auch gesetzlichen Krankenversicherung abgeschlossen. Im Falle einer wie auch immer gearteten Erkrankung zahlt diese Versicherung dann ab einem im Versicherungsvertrag vereinbarten Termin je Tag, der von Arbeitsunfähigkeit geprägt ist, einen bestimmten Betrag. So kann der Selbstständige zumindest in Teilen seinen finanziellen Pflichten nachkommen und in bescheidenem Maß „überleben“. So auch im Fall eines Rechtsanwaltes, der im Jahr 2006 einen leichten Schlaganfall erlitten hatte und in der Folge durch eine Lesestörung und Rechtschreibschwäche arbeitsunfähig wurde. Therapiert wurde er durch einen Logopäden (Sprachtherapeut). Der selbstständige Anwalt erhielt dann ein Krankentagegeld von täglich etwas über 50 Euro. Damit sollte der Versicherung nach im Jahr 2010 aber Schluss sein.

Die Richter folgten der Versicherung

Die Versicherungsgesellschaft ging davon aus, dass der Anwalt nunmehr nicht mehr arbeitsunfähig sei, sondern zwischenzeitlich berufsunfähig geworden wäre. Dies bestätigte auch ein Gutachter, ganz im Gegensatz zur Sicht des Anwalts, der sich weiterhin für lediglich arbeitsunfähig hielt. Aufgrund seiner Dyslexie könne er seinen Beruf nur sehr eingeschränkt ausführen, meinte er. Diese Diskussionsgrundlage half dem Juristen vor Gericht nicht weiter. Die Richter gaben der Versicherungsgesellschaft Recht. Ihrer Ansicht nach wird der Krankentagegeldversicherer nur bei völliger Arbeitsunfähigkeit leistungspflichtig. Ist aber die Arbeitsfähigkeit auch nur teilweise nachweisbar, so muss der Versicherer nicht mehr zahlen (Aktenzeichen 8 U 173/11).

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