Krankenhaustagegeld gilt bei Hartz IV als Einkommen

Wer in guten Zeiten eine private Krankenhaustagegeld Versicherung abgeschlossen hat, hat Pech, wenn er später Hartz IV bezieht. Dann wird die Auszahlung im Krankenfall als Einkommen bewertet und angerechnet.

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Was tut man heute nicht alles, um vorzusorgen. Renten- und Lebensversicherungen, private Krankenzusatzversicherungen und – für den Fall, dass man stationär in die Klinik muss – die zusätzliche private Krankenhaustagegeldversicherung. Diese springt dann mit geldwerten Leistungen ein, wenn man im Krankenhaus liegt.

Nicht angenehmer, aber bezahlt

So wird der Krankenhausaufenthalt zwar nicht angenehmer, wohl aber auch nicht zu einer finanziellen Belastung. Denn wer im Krankenhaus liegt, muss trotz gesetzlicher oder privater Krankenversicherung pro Tag des Aufenthalts zehn Euro bezahlen. Da ist das Krankenhaustagegeld, das meist höher ausfällt eine schöne Entlastung. Allerdings nur für Arbeitnehmer und nicht dann, wenn man gerade Hartz IV empfängt. Dann bleibt nicht viel von der Zuwendung übrig, denn das Geld wird vom Arbeitslosengeld II abgezogen.

Leistungen werden gekürzt

Das bestätigten jetzt auch die Gerichte. Ein Hartz IV-Empfänger klagte dagegen, dass sein Leistungsträger die Leistungen kürzte, nachdem er in der Folge eines stationären Klinikaufenthalts Gelder aus einer privat abgeschlossenen Krankenhaustagegeldversicherung erhielt. Sein Argument war logisch: Schließlich hätte er ja die Beiträge für die Versicherung aus seinem eigenen Einkommen bezahlt. Er hatte trotz seiner Erklärung kein Glück. Das Bundessozialgericht in Kassel entschied, dass die Kürzung seiner Hartz IV-Leistungen rechtmäßig sei, da die Leistungen aus einer privaten Krankenhaustagegeldversicherung als Einkommen zu werten seien. Ganz unabhängig davon, ob die Beiträge für die Versicherung vor oder nach der Arbeitslosigkeit bezahlt wurden.

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