Im Scheidungsfall bleibt Kind privat versichert

Die Kosten für die private Krankenversicherung von Kindern müssen vom unterhaltspflichtigen Elternteil im Falle einer Scheidung weiter übernommen werden, wenn es dort bisher versichert war. Denn die Lebensverhältnisse des Kindes sollen auch nach einer Trennung erhalten bleiben.

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Im Scheidungsfall kommt es oft zu Komplikationen bei der Krankenversicherung für die lieben Kleinen – gerade dann, wenn der Nachwuchs über den unterhaltspflichtigen Ex-Partner privat versichert ist. Denn, wo es früher wichtig war, für die Kinder nur das Beste rauszuholen, ist es nach einer Trennung oft so, das Geldsparen plötzlich wichtiger ist. Aber, wenn sich der Unterhaltspflichtige nun von den Beiträgen für die private Krankenversicherung entziehen will indem er die Kinder in die gesetzlich kostenlose Familienversicherung des Partners abschiebt, ist er schief gewickelt. So entschieden Richter, dass die Beitragszahlungen für die private Versicherung des Kindes weiter bezahlt werden müssen, da dem Kind die gewohnten Lebensumstände auch im Scheidungsfall weitestgehend erhalten bleiben sollen.

Gesetzliche Versicherung ist nicht die Lösung

Nicht alles hält für die Ewigkeit. Leider auch die deutschen Ehen nicht. Neben der emotionalen Belastung, sind auch finanzielle Engpässe und Streitigkeiten, die häufig vor Gericht landen, die Folge von Ehescheidungen. Dem Ex-Partner gönnt man nichts mehr. Soll er doch mehr arbeiten, denken sich die Unterhaltspflichtigen und sparen an Unterhalt und ähnlichem. So auch im folgenden Fall: Der besserverdienende und unterhaltspflichtige Ex-Mann wollte für die Mehrkosten der privaten Krankenversicherung für den Sohn nicht mehr aufkommen. Warum auch! Er sollte kostenfrei in der gesetzlichen Versicherung der Mutter kostenlos mit versichert werden. Das sah die Mutter nicht ein und klagte mit Erfolg.

Jeder Fall ein Einzelfall

Das Oberlandesgericht Koblenz entschied zugunsten der Ehefrau, die sich eine private Versicherung nicht leisten konnte /Az.: 11 UF 620/09). Unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Grundlagen des Vaters und dem Umstand, dass der Junge schon von Geburt an Privatpatient war, waren die Richter der Ansicht, dass der Vater zahlungspflichtig sei – unabhängig von den Unterhaltsleistungen. Aber dieses Urteil ist nicht bindend für alle ähnlich gearteten Fälle. Diesen Kampf muss leider jeder für sich austragen. Notfalls unter Zuhilfenahme von anwaltlichem Beistand. Denn hier wird jeder Fall für sich geprüft und entschieden.

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