Große und kleine Witwenrente für Hinterbliebene

Der Tod des geliebten Ehegatten oder des angetrauten Weibes reißt meist eine tiefe Wunde ins Lebensglück des Hinterbliebenen. Damit der nicht auch noch in einen Strudel finanzieller Schwierigkeiten gerissen wird, gibt es in Deutschland die Witwenrente.

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Das ist der Alptraum vieler glücklicher Ehepaare: Es klingelt an der Tür. Man öffnet und blickt in die Gesichter zweier zutiefst betroffener Polizisten, die einem mitteilen, dass der geliebte Partner einem Autounfall zum Opfer gefallen ist. Neben der emotionalen Belastung, die sich aus einem solch dramatischen Schicksalsschlag ergibt, reißt der Tod eines Lebenspartner meist auch ein finanzielles Loch. Damit dieses nicht zu einer existenziellen Bedrohung wird, springt der Staat mit der Witwenrente ein, die groß oder klein sein kann.

Sie haben Anspruch

Anspruch auf die Zahlung von Witwen- oder Witwerrente haben alle die, die am Todestag eine rechtsgültige Ehe geführt haben. Eingetragene, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften gehören hier dazu. Außerdem muss der Verstorbene mindestens fünf Jahre lang in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt haben. Dazu zählen auch die Beiträge, die während Arbeitslosigkeit, Krankheit oder im Rahmen eines Minijobs geleistet wurden. Das gilt auch für Beitragszeiten im Rahmen eines Versorgungsausgleich, wenn der Verstorbene schon einmal verheiratet war. Alle Ehen, die nach dem 31.12.2001 geschlossen oder wenn beide Ehepartner nach dem 01.01.1962 geboren wurden, müssen mindestens ein Jahr bestehen, bevor es ein Anrecht auf die Rente für Hinterbliebene gibt. Es sei denn, der Rentenberechtigte kann nachweisen, dass der Tod des Partners völlig unerwartet kam.

Das wird gezahlt

Die Witwenrente wird gegliedert in verschiedene Varianten, die so genannte Sterbeüberbrückungszeit (Sterbevierteljahr), die kleine und die große Witwenrente.

Im Sterbevierteljahr erhalten die Hinterbliebenen die volle Rente des Verstorbenen ohne Anrechnung des eigenen Einkommens.

Die kleine Witwenrente wird für 24 Monate gezahlt, wenn der Witwer/bzw. die Witwe zum Todeszeitpunkt des Partners das 45. bzw. ab 2009 das 47. Lebensjahr noch nicht erreicht hat. Sie beträgt 25 Prozent der Rente des Verstorbenen. Ist der Hinterbliebene selbst erwerbsgemindert oder leben Kinder unter 18 Jahren im Haushalt kann sofort die große Witwenrente beantragt werden.

Die große Hinterbliebenenrente wird bis zum Erreichen der eigenen Altersrente (derzeit mit 67 Jahren) bezahlt und beträgt 55 Prozent des Rentenanspruchs des Verstorbenen.
Beantragt werden alle Formen der Hinterbliebenenrente bei der Deutschen Rentenversicherung. Dort gibt es auch fachkundige Beratung (z. B. unter www.deutscherentenversicherung.de).

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