Grobe Fahrlässigkeit reduziert Leistung der Vollkasko

Wer im Auto die volle Absicherung will, schließt neben der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung eine Vollkaskoversicherung ab. Die haftet für selbst verursachte Schäden. Grobe Fahrlässigkeit aber, kann die Leistungspflicht der Vollkaskoversicherung reduzieren.

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In Deutschland darf ein Auto nur dann am Straßenverkehr teilnehmen, wenn der Halter eine KFZ-Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Diese Versicherung übernimmt Schäden die der Halter einem anderen Straßenverkehrsteilnehmer zufügt. Wer im Auto die volle Absicherung will, schließt neben der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflichtversicherung eine Vollkaskoversicherung ab. Die haftet für selbst verursachte Schäden am eigenen Wagen. Grobe Fahrlässigkeit aber, kann die Leistungspflicht der Vollkaskoversicherung reduzieren.

Unfallopfer durch KFZ-Versicherung geschützt

Der Morgen war wirklich stressig. Die Kaffeemaschine ist übergelaufen, der Sohn nicht aus den Puschen gekommen und dann stand die junge Frau auch noch im Stau. So ein Mist. Jetzt kam sie zu spät zur Arbeit. Naja, wenigstens Bescheid geben wollte die sonst so zuverlässige Angestellte und griff während der Fahrt zum Mobil-Telefon. Kaum aber hatte sie ihren Chef am Rohr, rumste es auch schon. Tatsächlich hatte sie das Auto, das Vorfahrt hatte einfach übersehen. Super, das passte ja. Der richtige Ärger kam dann aber erst im Nachschlag. Zwar übernahm die KFZ-Haftpflicht die Kosten für die Schadensregulierung des Unfallopfers, aber natürlich wurde der Schadenfreiheitsrabatt deutlich erhöht. Schlimmer aber war die Reaktion der Vollkaskoversicherung.

Selber schuld!

Denn laut Versicherungsvertragsgesetz kann die Vollkaskoversicherung die Regulierung des versicherten Schadens anteilig reduzieren, wenn dem Unfallfahrer grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann. Was dazu im Einzelnen gehört, wird im Versicherungsvertrag oft im Detail aufgelistet, nachfragen vor Vertragsunterzeichnung lohnt in jedem Fall. Definitiv grob fahrlässig ist aber das Handytelefonat am Steuer eines fahrenden Autos. Selbst mit einer Freisprecheinrichtung plappert man hier nicht auf Nummer Sicher. Denn kann dem Unfallverursacher nachgewiesen werden, dass die Nutzung der Freisprecheinrichtung zu kompliziert oder das Telefonat selbst ablenkend gewesen ist, kann der Versicherer die Leistung kürzen. Wer dies verhindern möchte kann bei den meisten Versicherungsgesellschaften den Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit über die KFZ Versicherung abschließen.

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