Gesetzliche Unfallversicherung zahlt nicht bei Mord

Wer auf dem Weg zur Arbeit von einem Angehörigen gemeuchelt wird, ist keinem Arbeitsunfall zum Opfer gefallen. Sehr zum Leidwesen der Hinterbliebenen, die bei Mord kein Anrecht auf Witwenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

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Jeder Arbeitnehmer ist in der gesetzlichen Unfallversicherung abgesichert. Passiert ein Arbeitsunfall, springt sie ein. Fällt ein Arbeitnehmer möglicherweise einem Unfall auf dem Weg zum oder vom Arbeitsplatz oder gar während der Ausübung der angestellten Tätigkeit zum Opfer und bezahlt mit dem Leben, erhält der zurückbleibende Ehepartner Witwen- oder Witwerrente. Mord durch einen Familienangehörigen auf dem Weg zur Arbeit ist hier klar ausgenommen.

Vom eigenen Sohn getötet Unter dem Aktenzeichen L 2 U 5633/10 hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg zugunsten der gesetzlichen Unfallversicherung entschieden.

In dem Fall ging es um die Ermordung eines Mannes, der in den beiden Pizzerien beschäftigt war, die offiziell unter dem Namen seiner Frau geführt wurden. Im Jahr 2009 wurde er auf dem Rückweg von einem geschäftlichen Besuch beim Steuerberater vom eigenen Sohn auf brutale Art umgebracht. Eine schreckliche Tragödie.

tragödie

Die hinterbliebene Frau erhält seither Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz. Nun wollte sie zusätzlich Witwenrente aus der gesetzlichen Versicherung beantragen. Und scheiterte.

Landessozialgericht folgt Versicherer Die Witwe begründete ihren vermeintlichen Anspruch damit, dass die Streitigkeiten zwischen Vater und Sohn auf berufliche Differenzen zurückzuführen seien. Der Besuch beim Steuerberater hätte letztlich zur Eskalation geführt und wäre gemäß der gesetzlichen Unfallversicherung ein „Wegeunfall“.

Nachdem die gesetzliche Versicherung die Leistung verweigerte, klagte die Frau und verlor in erster Instanz.
Damit wollte sie sich nicht zufrieden geben und legte Berufung beim Landessozialgericht in Stuttgart ein. Und verlor wieder.

Denn die Richter sahen keinen Zusammenhang zwischen Arbeit und Mord. Vielmehr seien im vorliegenden Fall familiäre Streitigkeiten und Traumata ursächlich für die Tat. Die Frau erhält keine Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

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