Ersatzpflege ermöglicht Urlaub für Ehrenamtliche

Die Pflege von alten, kranken oder behinderten Menschen kostet Kraft. Vor allem dann, wenn man sich zu Hause um den pflegebedürftigen Verwandten kümmert. Keine Frage braucht man dann auch mal Urlaub. Durch die so genannte Ersatzpflege können auch ehrenamtliche Pfleger ausspannen.

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Man hatte so schöne gemeinsame Jahre. Jetzt ist die Schwiegermutter krank. Das Alter macht ihr zu schaffen, sie kann nur noch schlecht laufen, sich selbst zu versorgen ist nicht mehr möglich. Durch eine beginnende Demenz erinnert sie nur noch wenig. Ihr Kurzzeitgedächtnis ist stark beeinträchtigt. Der starken Bindung zur Verwandtschaft insbesondere zu ihrer Schwiegertochter sei Dank, muss sie nicht ins Heim. Nein, die Familie hält zusammen. Mutti wird zu Hause gepflegt.

Kraft tanken ist erlaubt

Natürlich bleibt aber die meiste Arbeit an der Schwiegertochter hängen. Neben ihrem normalen Alltag mit Einkäufen, Haushalt und der Versorgung ihrer eigenen Kinder, sorgt sie sich jetzt auch noch im eigenen Haus um die Oma. Diese Mehrfachbelastung ist natürlich kein Dauerzustand. Mama ist erledigt und braucht Urlaub. Aber wer soll sich denn dann kümmern? Dieses Problem haben viele Menschen, die sich ehrenamtlich kümmern. Was viele nicht wissen ist, ehrenamtliche Pflegekräfte haben Anspruch auf Ersatzpflege und damit auch auf Urlaub. Übernommen werden die Kosten hierfür von der Pflegekasse. Im Jahr kann man 28 Tage beantragen. Sie wird mit maximal 1.510 Euro erstattet. Allerdings gilt dieser Betrag nur dann, wenn eine „fremde“ Person die Ersatzpflege übernimmt. Springt ein anderes Familienmitglied ein, wird weiter nur das Pflegegeld übernommen. Zusätzliche Ausgaben wie z. B. entstehende Kosten für Kinderbetreuung werden dann auch bezahlt.

Antrag stellen

Übernommen werden die Kosten für die Ersatzpflege von der Pflegekasse dann, wenn der Bedürftige mindestens schon sechs Monate ehrenamtlich gepflegt wurde. Auch dann übrigens, wenn die Pflege nur zum Teil ehrenamtlich war und zum anderen von einem professionellen Pflegedienst übernommen wurde. Neben der Sorge zu Hause, kann der Hilfsbedürftige auch in einem Heim untergebracht werden. Die so genannte Kurzzeitpflege wird von vielen Alten- und Pflegeheimen angeboten. Nachfragen lohnt sich immer. Beantragt werden kann die Ersatzpflege bei der jeweiligen Pflegekasse. Infos gibt die Krankenkasse. Dann steht dem Urlaub nichts mehr im Weg.

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