Dreckig durch Spritzwasser – Autofahrer haftet nicht

Platsch! Wenn Autos durch Pfützen düsen, sind Fußgänger die nassen Leidtragenden. Die Reinigung für die dreckigen Klamotten durch das Spritzwasser muss man dann auch noch selbst zahlen. Denn die Autofahrer haften hier nicht.

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Das ist Ihnen sicher auch schon passiert. Sie warten im Regen an der Bushaltestelle. Die Straßen sind nass. Da düst ein Auto an. Man zieht sich noch ein Stück zurück. Leider nicht schnell genug. Platsch! Und schon ist man pitsche-patsche nass. Und, wer den Schaden hat, muss für den Spott nicht sorgen… Die Reinigung für die dreckigen Klamotten durch Spritzwasser muss man auch noch selbst zahlen. Der Autofahrer jedenfalls haftet nicht.

39,60 Euro landeten vor Gericht

So ähnlich erging es einem Ehepaar in Büsum. Die benutzten eine Straße, die durch Tauwetter nass gewesen war. Und nicht nur das – eine riesige Pfütze hatte sich auf der Fahrbahn gebildet. Da näherte sich ein Auto. Als sich dieses auf der gleichen Höhe mit dem Pärchen befand, fuhr es zügig durch den „Teich“ wodurch sich eine Wasserfontäne bildete, die dann auf die Fußgänger niederprasselte. Klatschnass und schmutzig blieb das Paar zurück. Die Kleidung musste gereinigt werden – für immerhin 39,60 Euro. Diesen Betrag wollte der Ehemann vom Autofahrer erstattet bekommen. Dieser weigerte sich. Eine Klage folgte.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung

Der Kläger scheiterte mit seinem Anliegen zuerst vor dem Amtsgericht Melsdorf und in der Berufung auch noch vor dem Landgericht Itzehoe. Zwar führte der Kläger an, dass der Schaden nicht entstanden wäre, wenn der Autofahrer das Tempo auf Schrittgeschwindigkeit reduziert hätte, er fand aber damit nicht die Zustimmung der Richter. Diese sahen keinerlei Verpflichtung für Autofahrer, Pfützen nur in Schrittgeschwindigkeit zu durchfahren. Im Gegenteil: Gegen eine solche Pflicht spricht z. B. die erhöhte Unfallgefahr, die sich durch ein Abbremsen vor Pfützen ergibt, genauso wie die voraussichtliche generelle Beeinträchtigung des Straßenverkehrs, wenn plötzlich alle Autofahrer nur noch in Schrittgeschwindigkeit durch Ortschaften und Städte kriechen müssten. Fußgänger sollten sich eher mit entsprechenden Kleidern gegen Spritzwasser schützen, wenn das Wetter eine spritzige Gefahr nahelegt (LG Itzehohe Az. 1 S 186/10).

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