Bankbürgschaft Vorsicht – kein Ruin dadurch

Sie ist ein bisschen aus der Mode gekommen: Die Bürgschaft. Und trotzdem ist sie noch immer Teil unseres Kredit- und Darlehenmarktes. Was aber, wenn man tatsächlich finanziell einspringen muss? Erstmal Ruhe bewahren. Denn ruinieren darf sie einen nicht.

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Es war schon immer ihr Traum. Eine eigene, kleine Gaststätte. Leckere Kleinigkeiten für das leibliche Wohl, schöne Musik und Lesungen für das geistige – und jetzt war sie da, ihre Chance. Alles was der zukünftigen Wirtin noch fehlte, war das nötige Bare, um die Räumlichkeiten entsprechend herzurichten. Das wiederum war keine Kleinigkeit, vor allem keine leckere. Also auf zur Bank und um einen Kredit gebeten. Doch der Bankmann war nicht so begeistert von der Idee, wie erhofft. Zum Glück aber wollte ihr angetrauter Gatte vor allem, dass seine Liebste glücklich ist und sprang deshalb für sie in die Bresche.

Selbstschuldnerisch mögen’s Banken

Der liebende Ehemann übernahm eine selbstschuldnerische Bürgschaft für ganz schön viel Geld. Diese Form der Bürgschaft bevorzugen Banken, denn hier sind sie nicht verpflichtet bei Zahlungsrückständen zuerst langwierige Auseinandersetzungen mit dem Erst-Schuldner führen, sondern können sich vielmehr direkt an den Bürgen wenden. Mit viel Herzblut wurde Zeit und Geld investiert und die Gaststätte wurde wirklich zu einer Perle unter den ortsansässigen Lokalitäten. Leider sahen das aber nur die Freunde und Familienmitglieder der Neuwirtin so. Bei der Größe der kleinen Kneipe am Eck, hätten auch nicht mehr Gäste reingepasst. Das Problem: Die Kasse klingelte nicht so, wie sie sollte und ehe sich die Frau versah, war sie pleite. Die Kreditraten konnte sie nicht mehr tragen. Also wandte sich die Bank ruckzuck an den Bürgen: ihren Ehemann. Dem stand das Wasser leider auch bis zum Hals. Denn er war finanziell ebenso wenig in Rosen gebettet. Zum Glück gibt es aber einige Nischen im Bürgschaftsrecht, die den Bürgen selbst vor dem Ruin zu bewahrten.

So kommen Sie drum rum

Die Höhe der Bürgschaft selbst kann natürlich bei Vertragsabschluss festgesetzt werden. Man muss nicht zwangsläufig für den Gesamtbetrag des Darlehens bürgen. Kommt dann tatsächlich die Bank mit Ansprüchen auf den Bürgen zu, muss er den vereinbarten Vertrag erfüllen. Allerdings ist das nur der Fall, wenn die Bürgschaft nicht ruinös für enge Verwandte und Ehepartner als Bürgen ist. Hier gibt es sogar Urteile, die den Bürgen in Schutz nehmen. Muss man davon ausgehen, dass die Bürgschaft wegen einer engen emotionalen Verbundenheit entgegen jeder Vernunft übernommen wurde und die Bank dies in “sittlich anstößiger” Weise ausgenutzt hat, kann der Bürge ungeschoren davon kommen, Es sei denn, die Bank kann den Vorwurf widerlegen.

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