Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises

Für die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises, der die durch eine schwere Behinderung entstehenden Nachteile ausgleichen soll, benötigt die Person, die den Ausweis beantragt einen Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent.

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Um Anspruch auf die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises zu haben, müssen mehrere Kriterien erfüllt sein. Zum einen muss nachgewiesen werden, dass die Schwere der Behinderung mindestens 50 Prozent beträgt, zum anderen muss die den Antrag stellende Person in Deutschland wohnen oder dort beschäftigt sein.

Keine zwingende Notwendigkeit

Die Beantragung eines solchen Schwerbehindertenausweises ist zwar nicht für jeden Mensch mit Behinderung zwingend notwendig, er bietet jedoch sogenannte Nachteilsausgleiche, da durch den Ausweis die aufgrund der Behinderung notwendige Hilfe beansprucht werden kann. Solche Nachteilsausgleiche können zum Beispiel ein besonderer Kündigungsschutz und Zusatzurlaub oder aber auch Vergünstigungen während der Benutzung von Nahverkehrsmitteln, bei Vorlage des Ausweises muss die Person mit Behinderung je nach dem kostenlos befördert werden.

Die Beantragung

Sollte ein Mensch mit Behinderung entschieden haben, einen solchen Ausweis beantragen zu wollen kann dies bei der zuständigen Kommunalverwaltung oder beim Versorgungsamt geschehen. Sollte die Person selbst körperlich oder geistig nicht in der Lage sein, die Beantragung durchzuführen, kann dies durch eine bevollmächtigte Person getan werden. Eine solche Beantragung kann entweder durch ein Antragsformular oder aber auch formlos abgehandelt werden.

Verschiedene Farbgebung

Es gibt außerdem verschiedene Farben, die ein Schwerbehindertenausweis haben kann. Bei einem Mensch mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 Prozent ist der Ausweis grün, bei einer zusätzlichen Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr ist der Ausweis grün-orange.

Der Spezialfall im Nahverkehr

Wirklich kostenlos ist die Beförderung im Nahverkehr nur in speziellen Fällen des Schwerbehindertenausweises, nämlich wenn auf dem Ausweis ein „H“ oder „B“ abgedruckt ist. „H steht hier für hilflos, „B“ für blind. Sollte dies auf dem Ausweis nicht vermerkt sein, muss der Behinderte auf dem Versorgungsamt oder bei der Kommunalverwaltung eine Wertmarke für ca. 60 Euro kaufen, die dann ein Jahr gültig ist. Bei der Vorlage dieser Wertmarke und dem Schwerbehindertenausweis müssen im Nahverkehr dann keine weiteren Kosten bezahlt werden.

Folgende Merkmale können als Kürzel auf dem Schwerbehindertenausweis abgedruckt sein:

G= Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich eingeschränkt
aG= Außergewöhnlich gehbehindert
H= Hilflos
Bl= Blind
Gl= Gehörlos
B= Ständige Begleitung notwendig
RF= Rundfunkgebührbefreiung

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