Aktienfonds keine Altersvorsorge?

Ein Anlageberater hat sich eingehend über die Wünsche und Motive des Anlegers zu informieren. Bei diesem Urteil hatte der Anlageberater den Fehler gemacht gewinnorientierte Aktienfonds einem eher konservativen Anleger für seine Altersvorsorge zu empfehlen.

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Zumindest risikoreiche Aktienfonds eignen sich nicht zur Altersvorsorge, zu diesem Schluss kam das Oberlandesgericht Frankfurt (Aktenzeichen 19 U 141/06). Hintergrund des Urteils ist ein Prozess gegen einen Bankangestellten, der gewinnorientierte Aktienfonds als Altersvorsorge empfahl und damit seine Pflichten verletzte.


Geld für den Ruhestand

Der Anleger wollte 60.000 Euro anlegen und besonders wichtig war ihm und seiner Frau, dass sie genügend Geld für ihren Ruhestand haben. Die Anlage sollte keine riskante Sache sein. Das Gericht urteilte, das der Bankberater die Eheleute als Anleger einzustufen hat, die mittelfristig und auch langfristig einen Vermögensverlust ausschließen wollen. Die Pflicht des Anlageberaters ist es sich umfassend richtig und vollständig über die Wünsche und Gründe des Anlegers zu informieren, um den Anleger richtig einzustufen.


Vorschlag gewinnorientierte Aktienfonds

Das Ergebnis dieser Beratung muss zur angestrebten Sicherheit der Geldanlage und der Bereitschaft zum Risiko des Anlegers passen. Diese Verpflichtung hat der Anlageberater verletzt, weil er gewinnorientierte Aktienfonds vorgeschlagen hat und dies obwohl der Anleger eine Anlage in Aktienfonds wünschte, muss er nicht gleichzeitig gewinnorientiert sein. Dies Urteil war schon die Berufung und dürfte damit endgültig sein und lässt erahnen, dass Anlageberater aus allen Schichten der Finanzberatung wohl öfters vor Gericht stehen als Ihnen lieb ist.

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