Zusatzbeiträge rechnen sich nicht

Die Zusatzbeiträge sollen den gesetzlichen Versicherungen finanzielle Erleichterung bringen, wenn die Gelder aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen. Jetzt zeigt eine Studie, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung oft nicht aufgeht.

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Seit 2010 können gesetzliche Krankenkassen einen so genannten Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern einfordern. So sollen die Versicherer finanziell unterstützt werden, wenn ihnen die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen, um ihre Kosten zu decken. Mittlerweile sind es schon über acht Millionen Versicherte, die deshalb zusätzlich zu den „normalen“ Beiträgen und der Praxisgebühr weitere im Schnitt acht Euro monatlich zahlen müssen, um den gesetzlichen Gesundheitsstandard zu erhalten.

Kleinvieh macht auch Mist

In unseren schwierigen wirtschaftlichen Zeiten sind für viele Versicherte acht Euro monatlich zusätzlich schon ein Batzen. Denn – zumindest für den Bürger – macht auch Kleinvieh Mist. Außerdem ist die Angst groß, dass die Versicherer die Zusatzbeiträge weiter erhöhen. Denn gab es im Jahr 2010 noch eine Deckelung, die dafür sorgte, dass die Zusatzbeiträge nicht unbegrenzt steigen dürfen, ist diese seit der Gesundheitsreform 2011 abgeschafft. Experten rechnen deshalb mit einem Anstieg der Beiträge auf im Schnitt 21 Euro für das Jahr 2012. In den nächsten Jahren sollen sie weiter steigen.

Heil in der Flucht

Zumindest derzeit sollen sich die Zusatzbeiträge aber gar nicht auszahlen. Ursache hierfür ist der Verwaltungsaufwand, der für das Eintreiben und verwalten der Moneten zu betreiben ist. Da müssen zusätzliche Konten je Versicherten geführt werden, der Geldeingang muss überwacht werden, nicht zu vergessen vom Versand von Mahnungen, die an säumige – und davon gibt es jede Menge – Zahler verschickt werden müssen. Jetzt planen die ersten Versicherer sogar schon, ausstehende Zusatzbeiträge eintreiben zu lassen. Was ebenfalls wieder Geld kostet. Außerdem sehen viele Versicherte ihr Heil in der Flucht. Sie wechseln von einer gesetzlichen Kasse zu einer anderen, die keine Zusatzbeiträge erhebt. Bisher jedenfalls.

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