Zahl der Pflegefälle in Deutschland explodiert

Unsere Gesellschaft überaltert. Es fehlt an Nachwuchs. Das hat neben sozialen vor allem auch wirtschaftliche Folgen. Derzeit sieht es so aus, als würde z. B. die Zahl der Pflegefälle in Deutschland in nicht allzu ferner Zukunft explodieren.

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Es kann so schnell gehen. Opa sitzt am Frühstückstisch und lässt sich wie jeden Morgen seinen Kaffee schmecken. Er liest die Zeitung, Oma erzählt, was sie geträumt hat. Dann steht sie auf und will wie immer das Geschirr abräumen. Da wird ihr ganz schwindelig. Noch ehe sie sich halten kann, stürzt sie. Wach wird sie im Krankenhaus. Diagnose: Hirnschlag. Oma ist jetzt ein Pflegefall und Opa allein zu Hause.

Pflichtversicherung wird nicht reichen

Neben der emotionalen Belastung, wird die Pflege eines dauerhaft kranken und pflegebedürftigen Menschen auch zum finanziellen Problem. Zum Glück gibt es aber die Pflegeversicherung. Je nach Schweregrad, wird der Betroffene nach den aktuellen Pflegestufen eingeordnet und erhält Zuschüsse zur Pflege. So wie es derzeit aussieht, wird die Pflichtpflegeversicherung aber in den nächsten Jahren kaum ausreichen, um den stetig steigenden Kosten, die durch die Versorgung unserer bedürftigen Mitbürger entstehen, Herr zu werden. Das zeigt jetzt auch eine aktuelle Modellrechnung des statistischen Bundesamtes Destatis.

Mehr Kinder machen

So rechnen die Experten damit, dass die Zahlen der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2030 auf 3,4 Millionen Betroffene steigen könnte. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 waren es „nur“ 2,2 Millionen Menschen, deren Einzelschickale in der Statistik natürlich keine Berücksichtigung finden. Außerdem werden die Pflegebedürftigen selbst wohl auch älter sein und werden. Zu erwarten ist durch die gesellschaftliche Entwicklung auch eine Veränderung der medizinischen Versorgung von Patienten in Krankenhäusern.


Reform der Pflegeversicherung

Denn auch hier wird man auf die Überalterung reagieren müssen. Während die Zahl von Entbindungen abnehmen wird, wird die Behandlung von typischen Alterserkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) oder auch Diabetes Typ 2 weiter zunehmen. Um dieser Entwicklung zumindest finanziell vorbeugen zu können, ist es wahrscheinlich, dass auf uns eine Reform der Pflegeversicherung zukommt. Wichtig für den Einzelnen ist aber sicher – wie auch bei der Rente –, zusätzlich privat vorzusorgen. Sinnvoll wäre sicher auch, der demografischen Entwicklung durch eine Steigerung der Geburtenrate entgegenzuwirken.


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