Wer haftet bei einem Bus-Unfall?

Wenn ein vollbesetzter Bus auf einen PKW auffährt und dabei Fahrgäste verletzt werden, wer ist hier in der Haftung? Diese Frage wurde jetzt vor Gericht geklärt.

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Die öffentlichen Verkehrsmittel erfreuen sich nicht erst seit den enorm hohen Benzinpreisen großer Beliebtheit. Sie sind bequem, kostengünstig und umweltfreundlich. Aber, auch die Öffentlichen nehmen am Straßenverkehr teil. Deshalb kommt es auch hier zu Unfällen. Interessant ist dann immer die Frage der Haftung. Werden Menschen verletzt kann es unter Umständen um hohe Summen gehen.

Verletzte Passagiere haben Anspruch auf Schadensersatz

Sicher waren die Fahrgäste des Linienbusses voll guten Mutes, als sie sich an diesem Tag auf ihre Plätze setzten. Und anfangs war auch noch alles in Ordnung. Bis plötzlich alles anders kam. Der vor dem Bus fahrende PKW bremste plötzlich ab. Der Busfahrer hatte keine Chance. Er fuhr auf. Zwei der Fahrgäste wurden verletzt. Hinsichtlich der Haftung hatte der PKW-Fahrer gleich eine Erklärung: Schließlich sei der Bus aufgefahren und wer auffährt ist Schuld. Deshalb wollte er auch keinesfalls Schadensersatz für die verletzten Passagiere zahlen; seine Haftpflichtversicherung schloss er hier gleich mit ein.

Nicht immer hat der Auffahrende allein Schuld

Letztlich landete auch dieser Fall vor Gericht. Die Richter sahen die Zusammenhänge anders und folgten vor allem nicht dem beinahe schon geflügelten Wort: Wer auffährt hat Schuld. Sie sahen beide Unfallbeteiligten bzw. deren Versicherungen in der Pflicht. Vor allem der Schadensersatz für die beiden verletzten Fahrgäste sei zu leisten. Wie die beiden Fahrzeugführer bzw. –halter einen Schadensausgleich gestalten würden, sei an anderer Stelle zu klären. Keinesfalls aber könne die Haftpflichtversicherung des bremsenden PKW-Fahrers die Schadensersatzforderungen an die des auffahrenden Busfahrers abweisen (Oberlandesgericht Nürnberg, Az.: 4 U 2222/11).

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