Weihnachtsgeld oder nicht? Im Vertrag steht’s geschrieben

Weihnachten naht und damit für viele auch das dazugehörige Weihnachtsgeld. Aber nicht jeder bekommt es auch. Wer mit dem Bonus rechnen kann und wer nicht, hängt u. a. vom Arbeitsvertrag ab.

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Fast allen Angestellten geht es gleich. Sie hoffen auf die so genannten Zusatzgratifikationen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. Viele rechnen fest mit den zusätzlichen Leistungen des Arbeitsgebers und werden – schlimmstenfalls – bitter enttäuscht. Denn nicht jeder Arbeitgeber muss seinen Arbeitnehmer mit den Bonuszahlungen zum Feiertag beglücken.

Nach Tarif auf der sicheren Seite

Auf der sicheren Seite sind dieses Jahr z. B. die Mitarbeiter der Versicherungsbranche sowie die Beschäftigten in der Stahl und Druckindustrie. Generell macht es sich im Hinblick auf den Anspruch auf die Weihnachtsgratifikation bezahlt, wenn man in einem Wirtschaftszweig beschäftigt ist, der durch einen Tarifvertrag geschützt wird. Denn hier ist sogar die Höhe der Bonuszahlung festgelegt. Sie orientiert sich meist prozentual am individuellen Monatseinkommen. Unbesorgt können auch die Berufstätigen sein, die in ihrem Arbeitsvertrag unter Zusatzsgratifikationen und Weihnachtsgeld den Passus „freiwillige, stets widerrufliche Leistung“ finden, auch wenn das erstmal anders klingt. Auf der sicheren Seite ist dagegen der Chef, wenn er im Vertrag formuliert, das die Leistung „ohne jeden Rechtsanspruch“ gewährt wird. Dann kann der Arbeitgeber weihnachtsgeldtechnisch schalten und walten wie und wann er will.

Ammenmärchen Rückzahlungspflicht

Wer schon länger – mindestens drei Jahre – in einer Firma Weihnachtsgeld in gleicher Höhe bekommen hat, hat sich ein Gewohnheitsrecht gesichert und kann auch in diesem Jahr mit dem finanziellen Extra rechnen. Hier kann man sogar einigermaßen unbesorgt vors Arbeitsgericht ziehen, auch wenn die Zahlung einmalig nicht gezahlt wurde.

Kein Recht darauf

Anders sieht das nur aus, wenn der Arbeitgeber seine Mitarbeiter zwar zeitlich regelmäßig, aber in der Höhe der Zahlung variabel weihnachtlich erfreut hat. Dann gibt es kein Recht auf Gewohnheit. Ein Ammenmärchen ist übrigens, dass Weihnachtsgeld zurückgezahlt werden muss, wenn man innerhalb eines bestimmten Zeitraumes das Unternehmen verlässt (z. B. zum Anfang des Folgejahres). Ausnahme: Das Unternehmen war schlau genug, die Rückzahlungspflicht im Vertrag festzuschreiben.

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