Was tun, wenn der Gerichtsvollzieher klingelt

Was tun, wenn der Gerichtsvollzieher zweimal klingelt? Am besten bleibt man freundlich und kooperativ.

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Leider passiert es immer wieder. Menschen geraten in die unheilvolle Schuldenspirale. Erst kommen Mahnungen, dann ein Inkassobüro. Das geht solange bis es zum Vollstreckungsbescheid und einem Gerichtsurteil inklusive notariellem Schuldanerkenntnis kommt. Nun hat der Gläubiger den so genannten Titel und kann einen Gerichtsvollzieher beauftragen.

Alles schon mal dagewesen
Gerichtsvollziehern ist nichts fremd. Aufgrund ihrer Tätigkeit haben sie meist schon so ziemlich alles gesehen. Das ist zwar traurig, aber wahr. Dabei sind die Staatsbediensteten nur selten ohne Verständnis für die Situation der Schuldner. Nur, was tut man als Betroffenener, wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht? Zu erst einmal sollte man ihn in die Wohnung lassen und es empfiehlt sich außerdem freundlich und kooperativ zu sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass man auf alle Fragen antworten sollte. Verpflichtet ist man als Schuldner dazu erst, bei der Abgabe einer eidesstattlichen Erklärung, bei der man alle Vermögensverhältnissedarlegen muss. Diese kann der Gerichtsvollzieher verlangen, muss aber vom Schuldner nicht sofort abgegeben werden. Weigert er sich, wird im ein meist kurzfristiger Termin zur Abgabe der Erklärung genannt. Verweigert man sich dann immer noch, wird’s haarig. Dann geht’s nämlich in die so genannte Beugehaft.

Besser aufmachen
Meist kommen die Gerichtsvollzieher unangemeldet. Stehen sie dann vor verschlossener Tür, kündigen sier schriftlich einen Termin an. Dann sollte man auch da sein und ihn in die Wohnung lassen. Sonst droht eine Zwangsdurchsuchung der Räume. Alle Kosten, die z. B. durch das Öffnen der Tür entstehen, erhöhen nur die Schulden, denn der Schuldner muss sie tragen. Ist der Gerichtsvollzieher in der Wohnung, wird er sie nach pfändbaren Dingen durchsuchen. Dabei muss er darauf achten, dass die Gegenstände so von Wert sind, dass ihr Erlös ausreicht, um die Kosten der Zwangsvollstreckung zu decken.

Wem gehören die Sachen in der Wohnung? Grundsätzlich geht der Gerichtsvollzieher davon aus, dass die Gegenstände in der Wohnung auch dem Schuldner gehören. Wer das Gegenteil z. B. mit einem Kaufvertrag beweisen kann, hat Glück. Natürlich darf der Gerichtsvollzieher nicht alles pfänden. Dinge, die zu einer einfachen Lebensführung oder der Ausübung einer Berufstätigkeit notwendig sind, müssen beim Schuldner verbleiben. Das sind z. B. Schrank, Bett, Stuhl, Tisch, Kühlschrank, Herd, Waschmaschine, Fernseher (allerdings nicht die Luxus-Flatscreen-Variante) und Haustiere. Außerdem ist der Gerichtsvollzieher berechtigt, im Namen des Gläubigers eine Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen. Die Dauer der Rückzahlung ist dabei allerdings meist auf sechs Monate begrenzt. Nur wer wirklich sicher ist, diese Vereinbarung auch einhalten zu können, sollte sie abschließen.

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