Vorsicht Operation soll Patient Zweitmeinung ermöglichen

Gutachten aus dem Internet. Das geplante Internetportal „Vorsicht! Operation“ soll es Patienten ermöglichen, zu prüfen, ob ein operativer Eingriff auch wirklich notwendig ist.

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Operation gelungen. Klappe zu, Affe tot. Ein alter Witz, der – zwar nicht in letzter Konsequenz – aber doch was postoperative Komplikationen angeht, häufig zutrifft. Kein Wunder, stockt so gut wie jedem Patienten der Atem, wenn der Arzt zum Eingriff rät. Angst vor der Narkose, mangelnde Aufklärung und immer die bange Frage: „Ist die Op überhaupt nötig?“ machen den Gang in den Operationssaal für viele Betroffene zum puren Horror.


Nicht jeder Eingriff macht Sinn

Und ja, Tatsache ist wohl, dass viele Operationen in Deutschland nicht wirklich von Nöten sind. Im Gegenteil, nicht nur, dass sie medizinisch häufig nicht angezeigt sind, verhelfen sie dem Patienten immer wieder nicht einmal zu einem verbesserten Gesundheitszustand. Bestenfalls verschlechtern sie das Leiden nicht. Laut „Spiegel Online“ werden vor allem Knie-, Schulter- Hüft- und Rückoperationen oft viel zu früh operiert. Konservative Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik, Physiotherapie und ähnliches versprechen häufig einen deutlich besseren Erfolg.

Das Gesundheitssystem leidet

Aber nicht nur der Einzelne ist vom sorglosen Umgang mit den Patientenknochen betroffen. Bedenkt man, wie belastet unser Gesundheitssystem heute ist, verwundert es doch sehr, dass viele teure Operationen zumindest im Verdacht stehen, unnütz zu sein. Zwölf deutsche Chirurgen haben sich nun zusammen getan, um hier dem Patienten Hilfestellung zu geben. Wer also eine Operation angeraten bekommt, soll künftig auf dem Internetportal „Vorsicht! Operation“ eine Zweitmeinung einholen können. Dazu müssen alle diagnoserelevante Fragen beantwortet werden sowie notwendige Unterlagen zugeschickt werden. Innerhalb 14 Tagen soll der Patient dann die gewünschten Informationen bekommen. Die Kosten von bis zu 600 Euro müssen vom Patienten übernommen werden. Zwei Krankenversicherer – die Deutsche Betriebskrankenkasse und die private Debeka – denken allerdings darin, die Kosten zu tragen.

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