Vorkasse beim Arzt – Behandlungen

Darf ein Arzt grundsätzliche eine Behandlung von gesetzlich Versicherten verweigern, wenn diese nicht bereit sind im vorab eine Zahlung hierfür zu leisten.

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Versicherte einer gesetzlichen Krankenversicherung haben ein Recht darauf beim Arzt grundsätzlich kostenfrei behandelt zu werden. Daraus resultiert, dass ein Arzt seine Behandlung nicht gegen vorherige Bezahlung anbieten darf. Daher rät der Sozialverband VdK einer solchen Zahlungsaufforderung nicht nachzukommen, besonders im Hinblick auf den Streit um die Ärztehonorare. Denn wenn man bereits Vorkasse geleistet hat, kann es durchaus passieren, dass die Krankenkassen die Kosten nicht mehr erstatten.

Ärzte fordern höhere Honorare

Seit dem 01. Januar 2009 kann man immer wieder Berichte über den Unmut der Ärzte über die zu diesem Zeitpunkt in Kraft getretene Honorarordnung lesen. Es erfolgte wohl insgesamt eine Aufstockung des Ärztebudgets um knapp drei Milliarden Euro, jedoch fühlen sich trotzdem viele Ärzte, vor allem in einigen westdeutschen Bezirken der Kassenärztlichen Vereinigungen, im Nachteil und fordern daher höhere Honorare. Besonders oft kommen Beschwerden von Patienten, die von Ärzten nur noch gegen Vorkasse behandelt wurden, aus Baden-Württemberg und Bayern.

Notwendige Behandlungen dürfen nicht verweigert werden

Nicht nur auf die Berufsehre der Ärzte müssen sich die Patienten verlassen, denn in diesem Fall ist das Vertragsarztrecht absolut eindeutig. Notwendige Behandlungen dürfen nicht von gesetzlich nicht vorgesehenen Zuzahlungen und auch wegen einer vermeintlich nicht ausreichenden Vergütung verweigert oder abhängig gemacht werden. Ebenfalls dürfen Behandlungen nicht ohne Zustimmung des Patienten privatärztlich abgerechnet werden, denn schließlich hat der Versicherte seine Leistungen durch die Beiträge an die Krankenkasse bereits bezahlt.

Ausnahmen

Es gibt Ausnahmen, die im Bundesmantelvertrag geregelt sind, in denen der Arzt von einem gesetzlich versicherten Patienten eine Vergütung verlangen kann. Dies tritt ein, wenn die Krankenversicherungskarte nicht vorgelegt wird oder innerhalb von zehn Tagen nicht nachgereicht wurde. Ebenfalls ist dies der Fall, wenn der Versicherte ausdrücklich verlangt auf eigene Kosten behandelt zu werden und dies auch schriftlich bestätigt.

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