Vollkaskoversicherung zahlt nicht – Alkohol nach Unfall trinken

Nach einem Unfall auf den Schreck einen Schluck Alkohol trinken kann den Versicherungsschutz kosten, laut einem Urteil Az. 6 U 209/09 zahlt die Vollkaskoversicherung den Schaden nicht.

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Nach einem Unfall mit dem Auto zur Beruhigung der Nerven einen Schluck Alkohol trinken, dies mag eine Ausrede sein oder auch die Wahrheit, nur schlecht für den Autofahrer, denn die Vollkaskoversicherung muss den Schaden dann nicht unbedingt bezahlen.

Was ist passiert

Der Autofahrer ist mit seinem Auto, das geleast war, gegen eine Ampelanlage gedonnert. Dabei wurde neben dem Auto auch die Ampelanlage erheblich beschädigt. Die Polizei nahm den Unfall auf und gab an dass der Autofahrer zum Zeitpunkt des Unfalls unter Alkoholeinfluss gestanden war. Der Autofahrer hat dies bestritten und gab an, dass er lediglich nach dem Unfall einen Schluck Alkohol getrunken habe um seine Nerven zu beruhigen. Die KFZ Versicherung verweigerte daraufhin die Zahlung des Schadens.

Urteil Kammergericht Berlin

Der Autofahrer wollte allerdings sein vermeintliches Recht vor Gericht durchsetzen doch das Urteil des Kammergerichts Berlin (Az. 6 U 209/09) macht deutlich, dass Alkohol nach dem Unfall auch den Versicherungsschutz kosten kann. Die Richter des Kammergerichts Berlin haben es nicht darauf ankommen lassen, ob der Alkohol nun vor dem Unfall oder nach dem Unfall getrunken wurde. Die Richter haben selbst den Nachtrunk des Unfallverursachers als Obliegenheitsverletzung gegenüber der Versicherung angesehen und dies als zumindest grob fahrlässig eingestuft gegenüber der Versicherung, da diese den Grad der Voralkoholisierung nach dem Nachtrunk nicht mehr eindeutig feststellen kann.

Neues VVG

Nach dem alten Recht VVG konnte die KFZ Versicherung auch bei grober Fahrlässigkeit den Schadensersatz verweigern, nach dem neuen VVG gibt es bei grober Fahrlässigkeit nur eine Teilschuld, in welcher Höhe auch immer. Mit dem neuen VVG muss sich das Gericht schon mit der Aussage befassen ob der Alkohol vor oder nach dem Unfall getrunken worden ist.

Quelle: Anwaltshotline

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