Volkskrankheit Depression – Folgen für die Gesundheitssysteme

Die neue Volkskrankheit heißt Depression. Mit ihr zu leben, ist für Betroffene wie Angehörige oft eine langwierige und schmerzvolle Erfahrung. Folgen haben Depressionen aber auch für die Gesundheitssysteme und die Volkswirtschaft.

Anzeige / Inserat

Traurige Bekanntheit erlangte die Erkrankung Depression im letzten Jahr durch den Selbstmord des Fußball-Nationaltorwarts Robert Enke. Wie er leiden derzeit wohl an die 5 Prozent der Deutschen an einer behandlungsbedürftigen Form dieser Erkrankung; immerhin etwa vier Millionen unserer Mitbürger. Die Tendenz ist steigend. Die Ursachen, die zu dem psychischen schwarzen Loch führen, in das die Betroffenen fallen, sind bis heute noch nicht eindeutig geklärt. Einig ist man sich aber, dass das Zusammenspiel von inneren Faktoren, wie einem gestörten Hirnstoffwechsel oder genetischer Veranlagung und äußeren Umständen (das können z. B. andauernde Arbeitslosigkeit oder eine Trennung) die neue Volkskrankheit auslösen können.

Fließende Grenze

Die Grenze zwischen einer depressiven Verstimmung und der echten Erkrankung sind fließend. Symptome einer behandlungsbedürftigen Depression sind z. B. Appetitlosigkeit, ungewollte Gewichtsveränderungen, Antriebs- und Freudlosigkeit, innere Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit, ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus, das Nachlassen des sexuellen Interesses, mangelndes Selbstwertgefühl und – immer ernstzunehmen – Selbstmordgedanken. Wer sich hier erkennt, sollte sich an einen Arzt seines Vertrauens wenden. Denn die psychische Erkrankung ist heute schon gut therapierbar. Vor allem dann, wenn sie frühzeitig erkannt wird. Unbehandelt aber kann sie schlimmstenfalls sogar in den Freitod führen.


Folgen für die Wirtschaft

Neben der quälenden Belastung für Patient und Angehörige, leidet aber auch die Wirtschaft unter der Erkrankung. Dabei sind es noch nicht einmal allein die Behandlungskosten, die ins Gewicht fallen. Fehlzeiten am Arbeitsplatz, mangelnde Effizienz, Unkonzentriertheit, all das belastet die Volkswirtschaft. Umso wichtiger ist es deshalb auch für nicht direkt Betroffene, dass die Depression endlich als Krankheit wahrgenommen wird, die Tabuisierung ein Ende hat und Patienten bei Therapie und Heilung unterstützt werden.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...