Vertrag private Krankenversicherung – auf Details achten

Damit man mit einer privaten Krankenversicherung auch im Krankheitsfall gut fährt, sollte man beim Abschluss des Vertrages ganz genau auf die Details achten.

Anzeige / Inserat

Immer häufiger merken auch privat Krankenversicherte, dass das bisschen Gesundheitsluxus im Ernstfall nicht alles ist. Denn im Gegensatz zu den gesetzlichen Versicherern, gelten hier nicht immer die gleichen standardisierten Leistungen. Deshalb muss man beim Vertrag einer privaten Krankenversicherung genau auf die Details achten. Sonst stößt man im Ernstfall womöglich schnell an Versicherungsgrenzen, die mit Gesundheitsluxus nur noch wenig zu tun haben.

Medikamenteneinnahme nicht Sache der PKV

So erging es z. B. einer 90jährigen Frau, die zwar noch allein in einer Wohnung leben konnte, diese aber innerhalb eines Wohnstifts angemietet hatte. Die privat-versicherte Omi musste aber nun – durchaus altersgerecht – so einiges an Medikamenten einnehmen. Hier den Überblick zu bewahren, ist schon für jüngere Menschen oft schwierig. Kein Wunder also brauchte die alte Dame hierbei Hilfe. Dreimal täglich eilte daher der Pflegedienst des Wohnstifts zu Hilfe, und das natürlich nicht umsonst. Mehrere hundert Euro kostete die regelmäßige Hilfestellung. Ein Betrag, den die Hilfebedürftige von ihrer privaten Versicherung zurückforderte. Diese aber weigerte sich. Der Fall landete vor Gericht.

Die PKV-Leistungen nicht zwingend GKV-gleich

Man höre und staune: Die Versicherung bekam Recht. Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein entschied zugunsten des privaten Versicherers. Die Begründung: Schließt man eine private Krankenversicherung ab, kann man nicht automatisch davon ausgehen, dass man 1:1 so versichert ist, wie das bei einer gesetzlichen Kasse wäre. Dafür sind die strukturellen Unterschiede zwischen dem System der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung zu deutlich. Wenn bei medizinisch notwendiger Heilbehandlung die Aufwendungen für Arzneimittel erstattungsfähig sind, dann sind das nach dem Wortlaut des Vertrags die Kosten des Arzneimittels als solchem und nicht Kosten, die mit der Einnahme des Arzneimittels verbunden sind. Es entspricht dem allgemeinen Sprachverständnis, dass Arzneimittel vom Arzt verschrieben, in der Apotheke gekauft und – nach Anweisung des Arztes oder nach den Vorgaben des Beipackzettels – vom Versicherungsnehmer selbständig eingenommen werden.” Aus dieser Erklärung geht eins eindeutig hervor: Wer sich privat versichert, muss sich vor der Vertragsunterschrift wirklich genauestens informieren, welche Leistungen enthalten sind und welche man als Versicherter auch braucht. Dabei sollte man nicht nur an den aktuellen Gesundheitszustand denken, sondern vor allem auch mit den Gedanken in der alternden Zukunft sein.


Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...