Versicherungsschutz – wenn man sein Auto verleiht?

Als Autofahrer muss man sich vor Antritt einer Fahrt immer vom einwandfreien Zustand des Fahrzeugs überzeugen. Wer sein Auto verleiht, muss außerdem sicher sein, dass der Fahrer auch fahren kann und darf. Sonst spielt man mit dem Versicherungsschutz.

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Man weiß ja, wie das ist. Da muss man ins Möbelhaus um ein neues Regal zu kaufen, der Wocheneinkauf steht an oder man hat die Straßenbahn verpasst, um zur Arbeit zu kommen. Ein eigenes Auto steht auch nicht vor der Tür. Also was tun? Hier hieß es bisher immer: Nicht verzagen, Lindners fragen. Bei den Lindners war das nie ein Thema. Wenn jemand ihr Auto brauchte, konnte er es ausleihen. Bis sie mal selbst eins brauchten, weil im Notfall ihr eigenes nicht ansprang.

Den Vertrag genau lesen

Andrea Lindner musste zu einer Untersuchung in die nächstgrößere Stadt. Sie lag gut in der Zeit, als sie zu ihrem Auto ging. Dumm nur, dass das nicht ansprang. Mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr, wäre sie niemals pünktlich gekommen. Also bat sie eine Freundin, ihr das Auto zu leihen. Ohoh, eine Litanei von: „Pass bloß auf. Also eigentlich nicht so gern. Wenn da was passiert. Nachher muss ich für eventuelle Schäden aufkommen. Naja, gut. Aber deinen Führerschein möchte ich vorher noch sehen.“ Vollkommen perplex zog Andrea Lindner ihre Fahrerlaubnis aus der Tasche. Und fuhr dann, völlig verunsichert los. Mit 80 auf der Autobahn war sie fast schon ein Verkehrshindernis. Außerdem war sie sauer, so einen Aufstand macht sie ja auch nicht, wenn jemand ihr Auto ausleiht.

Vertragsstrafen bei Allein-Fahrer-Versicherung

Bis jetzt, wohl gemerkt. Denn die Freundin hatte Recht. Wer sein Auto an einen Dritten weitergibt, sollte vorher mal ganz genau seine KFZ-Versicherungen lesen. Denn, wer z. B. eine Allein-Fahrer-Versicherung im Haftpflichtbereich abgeschlossen hat, wird im Schadensfall zurückgestuft, muss Versicherungsbeiträge nachzahlen, Vertragsstrafen können fällig werden und man riskiert den Versicherungsschutz. Deshalb sollt man in diesem Fall das Auto tatsächlich an niemanden verleihen. Hier riskiert man den vollen Versicherungsschutz. Zumindest kann die Haftpflichtversicherung den Fahrzeughalter regresspflichtig machen. Das gilt auch dann, wenn der Fahrer über keine gültige Fahrerlaubnis verfügt. Die Kaskoversicherungen steigen dann vollkommen aus.


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