Versicherungsschutz futsch wegen Geliebter als Beifahrerin

Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Das gilt auch für den Ehemann, der mit seiner Geliebten als Beifahrerin einen Autounfall baut. Natürlich nur im übertragenden Sinn. Aber: Wer den Namen des Beifahrers bei der Versicherung verschweigt, riskiert den Versicherungsschutz.

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Es passiert immer wieder. Der Alltag übernimmt die Macht in der einst glücklichen Ehe. Die Leidenschaft macht der Langeweile Platz, Liebe weicht der Genervtheit und Zärtlichkeit Ignoranz. Nicht jedes Paar erkennt die Zeichen der Zeit und arbeitet an der zarten Pflanze ihrer Beziehung. Was dann folgt ist in Deutschland zwar noch nicht Gang und Gäbe, aber doch ein häufiger Lösungsansatz: Mann oder auch Frau suchen sich eine Alternativbeziehung zur Ehe.


Sicher ist sicher: lieber mit der Bahn zum Stelldichein

Selten aber steht hinter dem Seitensprung oder der Affäre auch eine Trennungsabsicht. Nein, Spaß steht hier im Vordergrund. Deshalb sollte der Ehepartner von dem Fremdgehen möglichst nichts erfahren. Sinnvoll ist es dann aber, wenn man sich zum Stelldichein zwar trifft, nicht aber gemeinsam mit der Affäre dort hinfährt. Denn im Unfallfall heißt es dann: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Im Klartext: Wer jetzt nicht ohne Versicherungsschutz dastehen will, muss die Versicherung über den Beifahrer informieren. Tut der Unfallfahrer dies nicht, kann sich der Versicherer auf die so genannte Leistungsfreiheit berufen. So im Fall eines Porschefahrers, der mit seiner Geliebten Italien besuchte und dort im Graben landete. 17.480 Euro sollte die Reparatur kosten. Ein Batzen Geld, für den er natürlich seine Vollkaskoversicherung in Anspruch nehmen wollte.

Obligationsverletzung aus Angst vor Ehefrau

Nun hat er aber, aus Angst vor seiner Ehefrau, im Unfallfragebogen der Versicherung die Frage nach Zeugen mit „Keine“ beantwortet. Als die Versicherung aber später noch einmal genau nachfragte, nannte er seine Geliebte dann doch als Zeugin. Der Versicherer sah dieses Handeln als Obligationsverletzung (Pflichtverletzung) an und verweigerte die Zahlung. Das Landgericht Dortmund (Az.: 22 O 171/08) sah das ähnlich und gab der vom Porschefahrer verklagten Versicherung recht. Der Unfallfahrer hat die Pflicht, alles zu tun, um die Aufklärung des Unfallhergangs zu unterstützen Das gilt auch für die Angaben zum Beifahrer, egal, welche persönlichen Konsequenzen diese Infos für den Unfallfahrer haben sollten. Der leidenschaftliche Porschefahrer musste also die Reparaturkosten für sein Luxusmobil selbst tragen. Wie es um seine Ehe steht, ist leider nicht bekannt.

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