Versicherte wissen nicht was eine medizinische Behandlung kostet

Gesundheit ist teuer. Das weiß aber scheinbar nur unser – gleichsam nicht gerade beliebter – Gesundheitsminister Rösler. Die Versicherten denken kaum darüber nach, wie viel eine medizinische Behandlung oder Beratung kostet. Das zeigt eine Umfrage der Kassenärzte und die sind alarmiert.

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Husten, Schnupfen, Heiserkeit – macht zum Arztbesuch bereit. Deutschland und sein Gesundheitssystem – eine Geschichte, die nur selten für Heiterkeit sorgt. Es ist ja eigentlich ganz einfach: Man zahlt in die Krankenkasse Beiträge ein, die meist ohnehin mehr oder weniger unbemerkt gleich vom Bruttoeinkommen abgezogen werden.

Eigenverantwortung durch Rechnungsstellung

Aber jeder weiß dennoch ganz genau, wie viel wir bezahlen müssen. Und zu den Beiträgen kommen dann noch Praxisgebühr und Zusatzbeitrag. Na, da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt, bzw. der Patient im Fieberwahn. Wenn wir schon so viel bezahlen müssen, dann soll sichs auch lohnen. Und was macht dann der schlaue Deutsche. Er rennt zum Arzt. Eben wegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit oder anderen Banalitäten. Unbedacht und leichtfertig, so scheint es, geht der kranke Bürger mit den leeren Kassen der Kassen um. Ein Grund hierfür ist, so denkt auf jeden Fall Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), das die Versicherten keine Ahnung davon haben, was so ein Arztbesuch eigentlich kostet. Eigenverantwortung und Kostenbewusstsein der gesetzlich Versicherten will er deshalb verbessern. Am besten auf dem Weg der Kostenerstattung.

Ein langer Weg

Eine Umfrage von 5000 Versicherten durch die Kassenärzte zeigt jetzt aber, dass die Versicherten zwar in der Regel hochzufrieden mit ihrer ärztlichen Versorgung, für Änderungen wie den Erhalt von Arztrechnungen und deren Begleichung , oder für Quittungen durch den Mediziner eher nicht zu haben sind. Die Vorstellung, dass sie im Krankheitsfall zuerst einmal in die eigene Geldbörse greifen müssen – wie es im Übrigen bei den begehrten privaten Versicherungen schon immer der Fall ist – stößt vielen sauer auf. Möglich ist das derzeit schon, allerdings weiß das kaum ein Versicherter und bietet auch momentan keinerlei finanziellen Anreiz für den Versicherten. Unser Bundesgesundheitsminister hat wohl noch einen langen Weg vor sich, wenn er den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherungen Kostenbewusstsein antrainieren will.

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