Urteil – gesetzliche Unfallversicherung zahlt bei Schäden durch Organspende

Wer ein Organ wie zum Beispiel eine Niere spendet, hat ein großes Herz und geht ein körperliches Risiko ein. Im Schadensfall durch den Eingriff hat der Organspender jetzt Anrecht auf eine Entschädigung durch die gesetzliche Unfallversicherung.

Anzeige / Inserat

Überall auf der Welt herrscht ein Mangel an Spenderorganen. Dabei gibt es viele Menschen, die so krank sind, dass ein Überleben nur durch die Transplantation eines Organes möglich ist. Besonders dringend werden seit vielen Jahren Nieren benötigt. Viele potentielle Spender schrecken aber zurück, aus Angst selbst Schaden zu nehmen. Und ja, natürlich bietet jeder operative Eingriff ein gewisses Risiko. Jetzt aber stärkt ein Urteil des Bundessozialgerichts die Position des Spenders. Dieser hat seither Anspruch auf eine Entschädigung durch die gesetzliche Unfallversicherung, wenn was schief geht.

Ich gebe meine Niere

„Ich spende meinem Bruder eine meiner Nieren.“ So entschied ein Mann. Im Jahr 2002 wurde dann seine linke Niere operativ entfernt. Der Eingriff wurde von dem Mediziner durch einen Flankenschnitt durchgeführt. Leider führte dieser zu einer Schädigung der Nerven, was wiederum eine partielle Lähmung der Bauchwand verursachte. Der betroffene Spender wendete sich an die gesetzliche Unfallversicherung, da seine Erwerbsminderung bei 20 Prozent lag.

Für ihn war der Fall klar: Folgeschäden einer Organspende werden wie ein Arbeitsunfall behandelt. Also muss die gesetzliche Unfallversicherung zahlen.

Wir zahlen nix

Für die gesetzliche Unfallversicherung war der Fall aber ebenso klar: sie zahlt nicht.

Die Begründung: Schließlich habe sich der Organspender doch aus freien Stücken für den Eingriff entschieden. Eine Folgeschädigung allein durch die Entnahme sei daher für die Unfallkasse kein Grund in Leistungspflicht zu treten. Anders wäre das lediglich dann, wenn ein von Außen zusätzlich wirkendes Ereignis wie zum Beispiel eine Entzündung die Schädigung verursachen würde.

gute Neuigkeiten

Die Sozialrichter des Bundessozialgerichtes (B 2 U 16/11 R) folgten dieser Auffassung nicht. Demnach müssen die gesetzlichen Unfallversicherungen jetzt eine Entschädigung zahlen, wenn durch die Organentnahme bei einem Organspender Folgeschäden auftreten.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...