Unterstützung für Angehörige von Demenzkranken

Bei Demenzkranken Menschen fühlen sich viele Angehörige überfordert und wünschen sich Hilfe.

Anzeige / Inserat

Zum Weltalzheimertag zeigte eine Pflegestudie der Technikerkrankenkasse (TK): 60 Prozent der pflegenden Angehörigen von Demenzkranken wünschen emotionale Unterstützung.

pflege-rund-um-die-pflege_mini

Der Pflegende hat’s schwer

Als pflegender Angehöriger hat man es schwer; gerade auch dann, wenn der Patient an einer Demenz leidet. Wie groß die Belastung ist zeigt eine Pflegestudie der Technikerkrankenkasse (TK): Fast zwei Drittel der pflegenden Angehörigen (60 Prozent) wünschen sich dabei emotionale Unterstützung. Dabei war der Wunsch nach emotionaler Unterstützung wohl noch dringender, als jener nach Hilfe bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten oder organisatorischen Aufgaben. „Emotionale Unterstützung kommt für Pflegende Demenzkranker auch deshalb oft zu kurz, weil die Erkrankung mit der Zeit immer mehr Betreuung und Begleitung einfordert. Permanent für jemanden da zu sein, dessen Wesen sich stark verändert, kann belasten und sozial isolieren“, erläutert TK-Pflegeexperte Georg van Elst.

frau-mit-rollator-hilfe_mini

Online-Hilfe gibt es schon

Bei seelischen Belastungen können sich pflegende Angehörige an jetzt an das Online-Portal www.pflegen-und-leben.de wenden. Psychologen beraten im schriftlichen Austausch bei Sorgen und Problemen im Pflegealltag. Die Beratung ist auch anonym möglich und kostenlos. Neben konkreten Entlastungsvorschlägen erarbeiten die Berater gemeinsam mit den Betroffenen individuelle Wege, die Pflegeaufgabe zu bewältigen. Der Versicherer unterstützt als Kooperationspartner. Es zeigt sich, dass die Beratungswünsche der Pflegenden von Demenzkranken machen rund ein Drittel aller Anfragen aus. Wichtig sei für sie das Verständnis der Krankheit, erläutert Projektleiterin Imke Wolf: „Auch wenn es banal klingt, man muss erstmal verinnerlichen, dass Demenz als hirnorganische Erkrankung die Psyche und das Verhalten verändert. Ein Erkrankter kann also keine Verantwortung für anstrengendes Tun und Handeln übernehmen. Es ist ein Lernprozess, ihnen dafür nicht die Schuld zuzuweisen.“

oma-opa-enkelin_mini

Aggressionen nehmen zu

Auch Aggressionen können in diesem Zusammenhang auftreten. Während körperliche Gewalt selbst eher die Ausnahme sei, komme es jedoch häufiger zu deren Vorstufen, wie unwirschen Reaktionen oder dauerhaftem Genervtsein, so Wolf. Diese Problematik bestätigt sich auch in der Pflegestudie. Hier gab mehr als jeder Fünfte (23 Prozent) der Pflegenden von Demenzkranken an, der Umgangston sei häufig gereizt oder aggressiv (bei Patienten ohne Demenz waren es nur 13 Prozent). Zur Entspannung kann laut Wolf auch das Umfeld entscheidend beitragen: „Jeder hat in seinem Umfeld einen Pflegefall – hier gilt es, konkret Hilfe anzubieten und nicht erst auf die Bitte um Unterstützung zu warten. Pflege darf nicht auf den Schultern eines Einzelnen lasten.“ Laut der Studie muss nahezu jeder Fünfte (18 Prozent) die Pflege eines Demenzkranken alleine leisten.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...