Unfallversicherung Schaden Invalidität Brillenabschlag

Bei einer Unfallversicherung kan im Falle eines Schadens die Invaliditätsumme um den Brillenabschlag gekürzt werden.

Anzeige / Inserat

Ein Versicherungsvermittler kann nicht alles wissen und dies trifft besonders auf Schadensfälle zu, die teilweise kuriose Sachen rausbringen, wie auch bei dem Brillenabschlag. In einem Verfahren zwischen einer privaten Unfallversicherung und dem Versicherungsnehmer hatte vor kurzem das OLG Düsseldorf Az. I-4 U 43/08 einen Fall entscheiden müssen, der mit diesem Brillenabschlag zu tun hatte.


Durch Unfall Teil der Sehfähigkeit verloren

Der Versicherungsnehmer hatte durch einen Unfall seine Sehfähigkeit auf einem Auge komplett verloren und hat aufgrund des Unfalls von der Unfallversicherung die entsprechende Invaliditätsleistung eingefordert. Die private Unfallversicherung hatte dagegen auch nichts einzuwenden, allerdings wurde die Leistung um den Brillenabschlag gekürzt. Der Versicherungsnehmer hatte bereits vor dem Unfall auf dem Auge eine Beeinträchtigung der Sehkraft. Der Versicherungsnehmer war allerdings mit der Kürzung der Leistung durch den Unfallversicherer nicht einverstanden und klagte gegen die Versicherung auf vollständige Zahlung der Invaliditätsleistung. Dabei führte er zur Begründung an, dass der Sehfehler durch einen Eingriff beseitigt werden könnte und es sich deshalb nicht um eine dauernde Vorinvalidität handelt.

Aktuell vorhandene Sehkraft

Das Oberlandesgericht Düsseldorf folgte allerdings der Argumentation des Versicherungsnehmers nicht. Bei der Beurteilung der Gebrauchsfähigkeit eines Auges ist immer von der aktuell vorhandenen Sehkraft auszugehen. Für den Fall der Berechnung des Grades der Invalidität ist ein Abschlag für die verminderte Sehkraft vorzunehmen. Eine grundsätzlich bestehende Vorinvalidität kann nicht dadurch verneint werden, weil sie durch eine Laser Operation theoretisch zu beseitigen wäre. Bei der Messung des Grades der Invalidität kommt es auf den tatsächlichen Zustand des Auges an zum Unfallzeitpunkt. Somit ist der Versicherer berechtigt die Invaliditätssumme um den Brillenabschlag zu kürzen.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...