Unfallrente bei Verletzung während Hilfeleistung

Ein Mann sorgte auf einer Autobahn für Sicherheit und wurde selbst dabei verletzt. Jetzt bekommt er eine Rente.

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Anderen helfen, Zivilcourage zeigen, mitdenken? Für viele Menschen sind das Fremdworte. Für andere wiederum gehört das Helfen zum ganz normalen Alltag. Wie z. B. im Falle eines Gebäudereinigers, der beim Versuch für Sicherheit auf der Autobahn zu sorgen, überfahren und dabei schwer verletzt wurde. Jetzt bekommt er eine Rente.

Kurbelstützrad auf der A6

Mit offenen Augen durch das Leben gehen. So entgehen einem die schönen Momente nicht, man sieht aber natürlich auch die schwierigen Situationen. Wie z. B. ein Gebäudereiniger, der vor zwischenzeitlich sechs Jahren auf der deutschen Autobahn A6 unterwegs war. In der Gegend um Mannheim entdeckte er ein sogenanntes Kurbelstützrad eines Anhängers. Der Gebäudereiniger hielt auf dem Standstreifen an und barg das Autoteil. Dabei entdeckte er auf der Mittelleitplanke ein weiteres Stück Metall. Es ragte leicht auf die Gegenfahrbahn. Um auch hier die Unfallgefahr zu bannen, begab er sich dorthin. Bis er aber für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer sorgen konnte, wurde er selbst von einem Auto erfasst und so schwer verletzt, dass er heute berufsunfähig ist. Als er die gesetzliche Unfallversicherung zur Zahlung einer Rente anhielt, lehnte diese die Leistungspflicht ab. Der ganze Vorgang landete vor Gericht.

Die Richter sahen Einstandspflicht der Unfallkasse

Der couragierte Gebäudereiniger gewann den Prozess, der letztlich sogar vor dem Bundessozialgericht landete. Nach Ansicht der Richter hatte der Autofahrer mit der beabsichtigten Sicherung der Autobahn eine in der gesetzlichen Unfallversicherung versicherte Tätigkeit ausgeführt. Denn dem Gesetz nach sind die Menschen abgesichert, die bei einer gemeinen Gefahr Hilfe leisten. Ein Unfall kommt dann einem Arbeitsunfall gleich. Auch der Einwand der Unfallkasse, dass von dem Metallstück keine Gefahr ausgegangen wäre, da es nicht direkt auf dem Fahrstreifen gelegen habe, ließen die Richter nicht gelten (Az.: B 2 U 7/11 R, Bundessozialgericht Kassel).

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