Unfallflucht Vollkaskoversicherung zahlt nicht

Bei einem Unfall Fahrerflucht begehen, kann zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

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Die Vollkaskoversicherung ist nach einem Unfall mit Fahrerflucht nicht zur Leistung verpflichtet, selbst wenn der angerichtete Schaden nur sehr gering ist. Mit dem Urteil Az.: 12 U 21/06 hat das Oberlandesgericht Brandenburg dem Versicherungsunternehmen Recht gegeben.

Von der Fahrbahn abgekommen

Der Fahrer, der gegen die Versicherung klagte, ist mit seinem Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen und ist gegen zwei Kiefern geprallt. Der Schaden an seinem Auto belief sich auf 9.000 Euro, bei den beschädigten Kiefern entstand ein Schaden von lediglich 200 Euro. Der Fahrer hatte sein Auto Vollkasko versichert und wollte von seiner Versicherung den Schaden ersetzt bekommen. Die Versicherung lehnte ab, weil der Fahrer nachweislich sich unerlaubt von dem Unfallort entfernt hat.


Landgericht gab Versicherung Recht

Das Landgericht gab der Versicherung Recht und begründete dies auch mit der Verletzung der Aufklärungspflicht in der Kaskoversicherung selbst wenn nur ein geringer Sachschaden verursacht wurde. In der Vollkaskoversicherung hat die Versicherung ein schutzwürdiges Aufklärungsinteresse, wenn der Schaden zum Beispiel durch Alkoholeinfluss verursacht wäre, ist dies grob fahrlässig und die Versicherung muss nicht bezahlen.

Bagatellgrenze

Die Aufklärungspflicht könnte theoretisch nur bei einem so genannten Alleinunfall oder einem Unfall mit einem völlig belanglosen Fremdschaden entfallen. Unter völlig belanglos werden Schäden bis höchstens 20 Euro verstanden. Bei dem oben genannten Unfall hat der Besitzer der Kiefern keine Schadensersatzansprüche geltend gemacht aber darauf kommt es nach Ansicht des Gerichts nicht an, eher darauf dass der verursachte Schaden deutlich über der Bagatellgrenze von 20 Euro liegt.

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