Tricks einer Versicherung bei einer Berufsunfähigkeitsrente

Bei dem Eintritt einer Berufsunfähigkeit sollte der Versicherte nichts unterschreiben was seine Position verschlechtern könnte

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Der BGH (IV ZR 244/03) hat eine Versicherung verurteilt etwa 100.000 Euro einem Versicherten nachzuzahlen. Im vorliegenden Fall ist ein Krabbenfischer seit dem Jahr 1995 Berufsunfähig. Da er Berufsunfähigkeitsversicherungen abgeschlossen hatte macht er seine Ansprüche gegen diese Versicherungen auch geltend. Nach den Vertragsbedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung konnte diese die Zahlung auch nicht verweigern, wenn er einen neuen Beruf ausübt. Er war Krabbenfischer und konnte durch einen Bandscheibenvorfall diesen Beruf nicht mehr ausüben.

Zusätzliche Vereinbarung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung legte dem Mann dann eine zusätzliche Vereinbarung vor, wo er die Berufsunfähigkeitsrente zuerst mal für 2 Jahre bekam, dann sollte die Berufsunfähigkeit erneut überprüft werden, wobei auch neue berufliche Fähigkeiten des Versicherten mit in Betracht gezogen werden sollten. Diese Zusatzvereinbarung unterschrieb der Krabbenfischer und verschlechterte dadurch seine Ansprüche unwissentlich aber erheblich.4 Jahre später war der Mann erfolgreich umgeschult worden als Einzelhandelskaufmann und hatte dann auch im Geschäft der Eltern eine Stelle.

Versicherung bezahlte keine BU-Rente mehr

Und klar ist was danach folgte, die Versicherung stellte die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente ein mit dem Verweis auf den neuen Beruf des Mannes. Der BGH machte die Entscheidung rückgängig und sprach dem Mann jährlich 16.000 Euro Berufsunfähigkeitsrente zu mit der Begründung dass die Versicherung ihr überlegenes Wissen dazu nutzte, die vertragliche Situation des Mannes erheblich zu verschlechtern. Eine gute Entscheidung wie ich finde, da sich kaum jemand mit dem Vertragswerk beschäftigt oder es gar verstehen kann.

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