Teure Medikamente schädigen das Gesundheitssystem

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Als Evelyn Neumann vor einiger Zeit die Wohnung ihrer Oma ausgeräumt hat, traf sie mehr als einmal der Schlag. Wie konnte man nur so leben? Oberflächlich betrachtet, war in dem ehemaligen Zuhause der älteren Dame alles in Ordnung. Aber, wenn man mal in die Tiefe dringt? Besonders schockierend war der Blick in die Abstellkammer. In einem zwei Meter breiten und deckenhohen Regal stapelten sich Medikamente. Noch originalverpackt, das Mindesthaltbarkeitsdatum schon seit Jahren abgelaufen und – ungeöffnet! Markenmedikamente.


Abertausende Euros vergammeln in Abstellkammern

Tausende und Abertausende von Euros lagen in dem kleinen Raum herum. Zu nichts nutze offensichtlich. Die Einraum-Butze der Großmutter ist sicher kein Einzelfall in diesem unseren Land. Hier wird bares Geld verschleudert, dass unserem System beträchtlichen Schaden zufügt. Aber, nicht nur das Horten von Präparaten und nutzlose Verschreiben von diesen, sondern vor allem auch die Arzneimittel-Wahl der Ärzte belastet unser Versicherungssystem. Zu häufig greifen die vermeintlichen Götter in Weiß zu teuren Originalpräparaten, statt die günstigeren und wirkstoffgleichen Generika zu rezeptieren.

Einsparungen in Milliardenhöhe möglich

Das geht auch dieses Jahr wieder aus dem jährlich erscheinenden Arzneiverordnungs-Report hervor. 8,1 Milliarden Euro könnten eingespart werden, wenn die Mediziner z. B. auf die sogenannten Nachahmerpräparate umsteigen würden. Diese sind von ihrer Wirkweise und dem Wirkstoffgehalt gleich wie die Originalmittel, aber eben deutlich günstiger. Außerdem birgt der Verzicht auf Medikamente, die nur eine zweifelhafte oder zumindest umstrittene Wirksamkeit nachweisen können ein riesiges Einsparpotential. Der Patient würde von diesen Maßnahmen keinerlei Nachteile davontragen – unser Gesundheitssystem dagegen würde davon nur profitieren.

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