Stents zur Schlaganfallprophylaxe keine Kassenleistung

Intrakranielle Stents sollten vor Schlaganfall schützen. Diese Methode ist keine Leistung der gesetzlichen Versicherer. Schaden statt Nutzen Beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) handelt es sich um das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Dieser hat jetzt einstimmig das sogenannte intrakranielle Stenting aus dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherer ausgeschlossen. […]

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Intrakranielle Stents sollten vor Schlaganfall schützen. Diese Methode ist keine Leistung der gesetzlichen Versicherer.

Schaden statt Nutzen

Beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) handelt es sich um das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Dieser hat jetzt einstimmig das sogenannte intrakranielle Stenting aus dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherer ausgeschlossen. Beim intrakraniellen Stenting werden verengte Gefäße innerhalb des Schädels mit Hilfe von Stents (ähnlich dem Verfahren bei verengten Herzgefäßen) aufgeweitet. Diese Maßnahme soll der Schlaganfallprophylaxe dienen. Ein Trugschluss wohl. Studienergebnisse zeigen ein deutliches Schadenspotenzial für die Patienten.

Zum Schutz des Patienten

„Aus Gründen des Patientenschutzes musste die Leistung für die Mehrheit der Patienten ausgeschlossen werden. Es gab einmal die große Hoffnung, dass mit den intrakraniellen Stents Schlaganfälle verhindert werden können. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Es ist sogar so, dass die Stents selbst Schlaganfälle verursachen und Patienten schädigen. Ich bin froh, dass sich entgegen früherer Aussagen heute die Vertreter der Krankenhäuser und der niedergelassenen Ärzte unserem Beschlussvorschlag angeschlossen haben“, so Johann-Magnus v. Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Ausnahmen der Regel

Der Beschluss lässt wenige, gut begründete Ausnahmen zu. So ist er weitgehend deckungsgleich mit den Vorgaben, welche von der US-Zulassungsbehörde FDA schon 2012 zu einem intrakraniellen Stent verfügt wurden. Auch berücksichtigt er bei der aktuellen Rechtslage alle von den medizinischen Fachgesellschaften in öffentlichen Stellungnahmen geforderten Ausnahmeindikationen. Grundsätzlich zeigt sich am Beispiel dieser „modernen Methode“ aber: „Hier ist ein grundsätzliches Umdenken überfällig. Wir fordern: Hochrisiko-Medizinprodukte sollen künftig nicht mehr angewandt werden, ohne vorher vernünftig geprüft worden zu sein. Das Beispiel dieser Stents, die die Gesundheit gefährden, statt sie zu verbessern, zeigt deutlich, dass Innovationen mit unklarer Nutzen/Schadensbilanz auch in Deutschland nur im Rahmen klinischer Studien angewandt werden sollten, bevor sie in die Regelversorgung übernommen werden“, so v. Stackelberg.

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