Sparen durch GKV-Fusion ist ein Trugschluss

Immer wieder schließen sich gesetzliche Versicherungsunternehmen zusammen. Verwaltungskosten sparen, dass soll durch die Fusionen möglich werden. Das scheint allerdings ein Trugschluss zu sein.

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Immer wieder schließen sich gesetzliche Versicherungsunternehmen zusammen. Dank einer Fusion – wie sie jetzt gerade bei der BKK vor Ort und der BKK Dräge & Hanse ansteht – soll der finanzielle und wirtschaftliche Druck, der auf den Krankenkassen lastet, abgelassen werden. Dass das nur selten klappt, davon ist der Bundesrechnungshof überzeugt.

GKVen werden weniger…

In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der gesetzlichen Versicherungen immer mehr abgenommen. Ein Trend, der sich wohl fortsetzen wird. Grund hiefür sind die stetig steigenden Kosten im Gesundheits- bzw. Krankheitswesen. Die dem zugrunde liegenden Ursachen sind vielfältig. Ein Beispiel ist z. B. die demografische Entwicklung in Deutschland. Unsere Gesellschaft überaltert, außerdem werden Medikamente teurer und die Ärzte wollen auch noch was verdienen. Kein Wunder suchen die gesetzlichen Versicherungen – auch nach den diversen Reformen unseres Gesundheitssystems – nach Möglichkeiten, Kosten einzusparen.

die Kosten steigen weiter

Ein probates Mittel scheint der Zusammenschluss von einzelnen Krankenkassen zu sein. Immer mehr gesetzliche Versicherer greifen zu dieser vermeintlichen Sparmaßnahme. Vor allem in der Hoffnung, durch Fusionen die Ausgaben für das Personalwesen und die Verwaltung zu senken. Das scheint aber einem Bericht des Bundesrechnungshofs ein zwar gangbares, aber wenig effizientes Mittel zu sein. Denn ein Bericht des Bundesrechnungshofs zeigt jetzt, dass bei 32 Fusionen in den Jahren 2007 bis 2009 nur bei einem Zusammenschluss die Rechnung aufgegangen ist.

Bei der PKV gingen Kosten runter

Auch langfristig scheint man mit den Zusammenschlüssen nicht wirklich Geld einzusparen. Denn zwar ist die Gesamtzahl der GKVen seit 1998 durch Fusionen um über 300 gesunken, die Verwaltungskosten je Mitglied aber sind seither sogar um ca. 33 Prozent gestiegen. Anders ist das übrigens bei den privaten Krankenversicherern. Hier sanken die Kosten für die Verwaltung der Mitglieder um 20 Prozent. Der Wettbewerb auf dem freien Markt scheint hier sein Übriges dazu zu tun, wirtschaftlich zu denken und auch zu handeln.

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