Sozialversicherungsschutz im Ausland

Im Rahmen der Globalisierung werden immer wieder deutsche Arbeitnehmer für Arbeitseinsätze in das Ausland geschickt. Wie sind die Risiken für den Arbeitnehmer und was muss beachtet werden, damit die Absicherung durch die deutsche Sozialversicherung erhalten bleibt?

Anzeige / Inserat

Häufig kommt es vor, dass deutsche Staatsangehörige im Zuge der Globalisierung auch im Ausland arbeiten. Dies kann für alle möglichen Tätigkeiten und Arbeitsbereiche sein, hierbei kommt jedoch die wichtige Fragestellung auf, ob dabei die Risiken des Arbeitnehmers auch im Ausland nach dem deutschen Recht in der Sozialversicherung gedeckt sind und ob der Auslandsaufenthalt nachträglich für Nachteile bei Krankheit, Arbeitslosigkeit oder späterem Rentenbezug bringen kann.

Territorialprinzip

In der gesetzlichen Sozialversicherung gilt erst einmal grundsätzlich das Territorialprinzip. Dies bedeutet, dass das Sozialversicherungssystem des jeweiligen Landes Gültigkeit hat, in dem gerade gearbeitet wird. Hieraus lässt sich prinzipiell schlussfolgern, dass das deutsche System für alle Arbeitnehmer gilt, welche gerade in Deutschland beschäftigt sind, unabhängig von deren Staatsangehörigkeit, während für deutsche Arbeitnehmer im Ausland die rechtlichen Regelungen des Gastgeberlandes gelten. Wenn die Tätigkeit in einem Land der Europäischen Union ausgeübt wird, so gilt der Sozialversicherungsschatz über europarechtliche Verordnungen und der Aufenthalt sollte nicht länger als 12 Monate dauern, damit der deutsche Sozialversicherungsschutz aufrecht erhalten wird. Wenn man sich von der ausländischen Sozialversicherungspflicht befreien lassen möchte, so geschieht dies über ein besonderes Formblatt, welches bei den Krankenkassen erhältlich ist.

Europäischen Union

Wenn man in einem Land arbeitet, dass nicht der Europäischen Union angehört, so kann es zu einer zusätzlichen Sozialversicherungspflicht kommen, was zwar zu einer teilweisen Doppelversicherung führen kann, jedoch teilweise von bilateralen Sozialversicherungsabkommen geregelt wird. Wenn auch nicht alle Risiken abgedeckt sind, so sichert diese Möglichkeit doch den üblichen Sozialversicherungsschutz. Es gibt jedoch auch Länder, in denen weder die EU-Verordnungen noch die staatlichen Einzelabkommen gelten, was für den jeweiligen Arbeitnehmer bedeutet, dass er sich privat absichern muss, da eine Deckung der Risiken durch die deutsche Sozialversicherung nicht gegeben ist.

Beschäftigung im Ausland ohne Sozialversicherungsabkommen

Unter besonderen Umständen kann aber auch für eine Beschäftigung im Ausland ohne Sozialversicherungsabkommen das deutsche Recht gelten, was im § 4 SGB IV deutlich geregelt wird. Ganz wichtig ist hierbei, dass das Arbeitsverhältnis tatsächlich und rechtlich in Deutschland verankert ist und der Arbeitnehmer zu einer Beschäftigung in das Ausland entsendet wir, wobei der Aufenthalt vorab als vertraglich begrenzt gelten muss. Eine Entsendung ist nach § 4 SGB IV liegt nicht vor, wenn der Arbeitnehmer im Ausland lebt und dort eine Tätigkeit für ein deutsches Unternehmen aufnimmt. Auch wenn das Gesetz keine Höchstfristen benennt, so muss ein Auslandsaufenthalt immer vorab vertraglich befristet sein und sollte nicht länger als drei Jahre dauern, wenn die deutsche Sozialversicherungspflicht nicht erlöschen soll. Es reicht allerdings definitiv nicht aus, wenn der Arbeitgeber sich einen Rückruf vorbehält oder das Arbeitsverhältnis bis zum Eintritt des Rentenalters befristet ist.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...