Sozialausgleich – wenn Zusatzbeitrag 2 % des Einkommens übersteigt

Krankenkassen können Zusatzbeiträge erheben, wenn das Geld aus dem Gesundheitsfonds, mit dem die gesetzliche Krankenversicherung finanziert wird, nicht ausreicht. Der sogenannte Sozialausgleich tritt ein, wenn die Zusatzbeiträge 2 % des Einkommens des Versicherten übersteigen.

Anzeige / Inserat

Krankenkassen können, wenn ihnen Geld fehlt, Zusatzbeiträge von den Versicherten verlangen. Ab dem 01.01.2011 sogar einkommensunabhängig und in beliebiger Höhe, ob Geringverdiener oder Arbeitsloser. Daneben werden die einheitlichen Beitragssätze auf 15,5 % angehoben, wobei der Arbeitnehmeranteil bei 8,2 % liegen wird. Der sogenannte Sozialausgleich tritt ein, wenn die Zusatzbeiträge 2 % des Einkommens des Versicherten übersteigen. Man hat Anspruch auf den Sozialausgleich, wenn der „durchschnittliche Zusatzbeitrag“ höher ist als 2 % des Einkommens, für das Sozialversicherungsbeträge abgeführt werden. Finanziert wird der Sozialausgleich aus Steuermitteln
.

Der „durchschnittliche Zusatzbeitrag“

Der „durchschnittliche Zusatzbeitrag“ soll jedes Jahr durch einen „Schätzerkreis“ festgelegt werden. Dabei wird berechnet bzw. geschätzt wie hoch der Zusatzbeitrag des Folgejahres durchschnittlich sein muss, damit der Finanzbedarf der gesetzlichen Kassen neben dem Geld aus dem Gesundheitsfonds gedeckt ist. An diesem durchschnittlichen Zusatzbeitrag orientiert sich der Sozialausgleich. Somit sind für Einritt des Sozialausgleiches nicht die tatsächlichen Kosten der einzelnen Versicherten maßgeblich, sondern eine Berechnung bzw. Schätzung.

Sozialausgleich erfolgt über Arbeitnehmer und Rentenversicherungsträger

Übersteigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2 % des Einkommens des Arbeitnehmers, zahlt er in Höhe dieser Differenz weniger Krankenversicherungsbeiträge und erhält somit einen höheren Lohn bzw. Rente. Der Sozialausgleich erfolgt automatisch, das heißt der Arbeitnehmer muss, wenn die Grenze überschritten wird, keinen Antrag dafür stellen. Der Arbeitgeber oder Rentenversicherungsträger zahlt die Differenz direkt an Arbeitnehmer bzw. Rentner.

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...