Sonderkündigung bei Preiserhöhung in der PKV

Steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung haben die Betroffenen ein Sonderkündigungsrecht

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Alle privat Krankenversicherten haben ein Sonderkündigungsrecht bei Erhöhung der Mitgliedsbeiträge.

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Geänderte Fristen beachten

Wie bei allen anderen Versicherungsarten haben auch die Mitglieder in der Privaten Krankenversicherung ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht, wenn eine Prämienerhöhung durchgeführt wird. Diese unterscheidet sich in den Fristen von der ordentlichen Kündigung. Ein Versicherungsvertrag in der PKV kann ordentlich mit einer Frist von drei Monaten zum Ende eines Versicherungsjahres gekündigt werden. Achtung: Das Versicherungsjahr ist nicht unbedingt ein Kalenderjahr. Ein Blick in den Versicherungsvertrag ist hier aufschlussreich. Außerdem gilt es zu beachten, dass bei unbefristeten Verträgen eine Mindestversicherungsdauer (meist von zwei Jahren) vereinbart sein kann. In diesem Fall ist dann eine ordentliche Kündigung in diesem Zeitraum nicht möglich.

Wirksam mit Eintritt der Erhöhung

Die Mindestversicherungsdauer hebt allerdings keinesfalls das Sonderkündigungsrecht bei einer Beitragserhöhung aus. Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel den Beitrag, so wie das 2017 massiv auf viele Privatversicherte zukommt, können die Betroffenen innerhalb von zwei Monaten nach Eingang der Mitteilung über die Erhöhung kündigen. Diese wird wirksam mit dem Zeitpunkt, zu dem die Prämienerhöhung eintritt.

Einen Wechsel genau überdenken

Wichtig ist aber bei einem Wechsel des privaten Versicherers vorher abzuklären, ob eine andere Versicherung zum Vertragsabschluss bereit ist. Denn, nicht zu vergessen ist natürlich, dass beim Versicherungswechsel, die neue Gesellschaft zum Beispiel eine neuerliche Gesundheitsprüfung verlangen wird. Und im Falle eines Falles (zum Beispiel bei einer chronischen Erkrankung) einen Vertragsabschluss verweigern kann. Ist man sich aber sicher, dass man wechseln möchte, sollte man sich unabhängig und neutral beraten lassen und sicherheitshalber schon vor der Kündigung den neuen Versicherungsvertrag abgeschlossen haben. Die Kündigung selbst sollte dann immer per Einschreiben mit Rückschein erfolgen. Die Kündigung muss innerhalb der Kündigungsfrist bei der Versicherung vorliegen. Es gilt nicht der Tag des Versands, sondern der Posteingang.

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