So funktioniert Altersvorsorge auf deutsch-türkisch

Viele Bürger in unserem Land haben einen Migrationshintergrund, dass heißt ihre Wurzeln liegen im Ausland. Sie arbeiten hier, zahlen Steuern und tragen ihre Sozialabgaben. Sie leisten auch ihre Beiträge in die Rentenversicherung. Jetzt hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge eine Studie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, wie Menschen mit türkischem Migrationshintergrund für ihr Alter vorsorgen.

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Sie leben in Deutschland, sind weitgehend integriert, arbeiten, zahlen Steuern und tragen ihre Sozialabgaben. In der Zwischenzeit gehören Menschen mit Migrationshintergrund bei uns zum Gesamtbild der Gesellschaft. Vor allem türkischstämmige Menschen sind heute Teil unserer Bevölkerung. Viele der Türken haben heute die deutsche Staatsangehörigkeit und trotzdem gibt es nach wie vor Probleme mit der Integration. Neben der emotionalen Ebene, der kulturellen Lebenseinstellung ist es vor allem auch die finanzielle Situation, die in diesen Familien häufig schwierig ist.

Traditionelles Denken

Jetzt gab das Deutsche Institut für Altersvorsorge DIA eine Untersuchung in Auftrag, die ans Licht bringen sollte, wie die Deutschtürken für ihr Alter vorsorgen. Was durch die Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung zu Tage kam war überraschend und erschreckend gleichermaßen. Denn die 2,5 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund werden unter der allseits befürchteten Rentenlücke mehr leiden, als der Rest unserer Bevölkerung. Das liegt zum Beispiel daran, dass das monatliche Nettoeinkommen deutlich niedriger ist, als das der übrigen Deutschen, wodurch die zu erwartenden Altersrenten natürlich ebenfalls niedriger ausfallen. Die Lösungsansätze der Deutschtürken für dieses zukünftige Problem sind meist von traditionellen Denken geprägt.

Zurück im Alter

Was vielerorts seit Jahrzehnten gesellschaftlich belächelt wird, ist tatsächlich Programm. So hofft ein Großteil der von der Rentenlücke Bedrohten, den Lebensabend in der Türkei verbringen zu können und durch die dort niedrigeren Lebenshaltungskosten, die finanzielle Kluft zu überbrücken. Immerhin 39 Prozent der Untersuchungs-Teilnehmer planen im Alter eine Rückkehr in das Land ihrer Vorfahren. Tatsächlich vorsorgen steht bei vielen im Hintergrund. So gaben immerhin 45,6 Prozent der 1000 Befragten an, nicht vorzusorgen. Die, die an ihre Zukunft denken, hoffen auf Immobilien (31,6 Prozent der Befragten).

Sparen kein Mittel

Sparen ist vorsorglich nicht das Mittel der Deutschtürken. Nur 9,2 Prozent setzen auf das klassische Sparbuch. Noch weniger, nämlich nur 4,6 Prozent haben eine Kapitallebensversicherung. Und obwohl Gold in der Türkei einen hohen kulturellen Stellenwert hat, vertrauen hier nur fünf Prozent der Befragten in das Edelmetall. Riestern ist für die Türken in unserem Land nicht lohnenswert und kommt deshalb für die späteren Rentner nicht in Frage.

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