Sicheren Umgang mit Arzneimitteln fördern

„Sicheren Umgang mit Arzneimitteln fördern“, dass forderte Bundesgesundheitsminister Gröhe zum internationalen Tag der Patientensicherheit im September. Auch Medikamente haben zwei Gesichter Der „Internationale Tag der Patientensicherheit“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden“. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte die Schirmherrschaft übernommen und erklärte dazu: „Arzneimittel sind in vielen Fällen entscheidend für den Heilungsprozess […]

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„Sicheren Umgang mit Arzneimitteln fördern“, dass forderte Bundesgesundheitsminister Gröhe zum internationalen Tag der Patientensicherheit im September.

Auch Medikamente haben zwei Gesichter

Der „Internationale Tag der Patientensicherheit“ stand in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden“. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hatte die Schirmherrschaft übernommen und erklärte dazu: „Arzneimittel sind in vielen Fällen entscheidend für den Heilungsprozess – zugleich bestehen gesundheitliche Gefahren durch unsachgemäße Einnahme. Mit dem neuen Aktionsplan zur Arzneimitteltherapiesicherheit, den das Bundeskabinett im August beschlossen hat, fördern wir den sicheren Umgang mit Arzneimitteln. Wir wollen gemeinsam mit allen Beteiligten – der Ärzte- und Apothekerschaft, den Pflegekräften sowie den Patientinnen und Patienten – die Medikationssicherheit in Deutschland stärken, damit Arzneimittel gut wirken können und unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen verhindert werden. Ab Oktober hat jeder Versicherte, der mindestens drei verordnete Arzneimittel anwendet, Anspruch auf einen Medikationsplan. Gerade für ältere, chronisch und mehrfach erkrankte Menschen ist das eine große Hilfe.“

Anspruch auf Medikamentenplan

Das Bundesministerium für Gesundheit hat bereits im August 2016 den „Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland“ vorgelegt. Er wurde unter Beteiligung der Ärzteschaft, der Apothekerschaft, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Aktionsbündnis Patientensicherheit, dem Deutschen Pflegerat und Patientenverbänden erarbeitet. Der Aktionsplan umfasst 42 Maßnahmen, unter anderem zur Sensibilisierung von Patienten, Ärzten, Apothekern, Pflegenden und der Öffentlichkeit für vermeidbare Risiken der Arzneimitteltherapie, zur verbesserten Kennzeichnung von Arzneimitteln sowie zur Dokumentation der Arzneimitteltherapie und Messung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Ab Oktober 2016 haben außerdem alle Versicherten, die mindestens drei verordnete Medikamente anwenden, einen Anspruch auf die Ausstellung eines Medikationsplans in Papierform. Ab 2018 soll der Medikationsplan dann auch elektronisch von der Gesundheitskarte abrufbar sein.

250.000 Einweisungen wegen Medikationsfehler

Hintergrund für diese Maßnahmen ist, dass viele Patienten, die langfristig mehrere Arzneimittel einnehmen müssen, unter unerwünschten Arzneimittelwirkungen leiden. Experten gehen davon aus, dass etwa fünf Prozent aller Krankenhauseinweisungen
auf unerwünschte Nebenwirkungen von Arzneimitteln zurückzuführen sind. Das heißt, dass schätzungsweise rund 250.000 Krankenhauseinweisungen jährlich auf vermeidbare Medikationsfehler zurückzuführen sind. 25 Prozent könnten wohl vermieden werden. Das zeigt sich auch darin, dass bereits die drei vorangegangenen Aktionspläne zur Arzneimitteltherapiesicherheit seit 2008 wichtige Beiträge zur Verbesserung der Patientensicherheit geleistet haben.

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