Schwimmbad-Saison – Betreiber haftet nicht immer für Rutschunfall

Jetzt steht sie wieder an, die Schwimmbad-Saison. Besonderer Renner bei Groß und Klein sind Wasserrutschen. Passiert hier ein Unfall, haftet nicht zwangsläufig der Schwimmbad-Betreiber.

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Sie sind groß in Mode, die so genannten Spaßbäder. Das bloße Schwimmen hält heute kaum mehr jemanden in einem Schwimmbad. Deshalb werden die öffentlichen Poollandschaften so abwechslungsreich wie möglich ausgestattet. Da gibt es Springbecken, unterschiedliche Strömungen, Saunalandschaften und die verschiedensten Rutschen.


Platzwunden und blaue Flecken

Leider sind gerade die Wasserrutschen nicht immer ganz ungefährlich. So z. B. in einem relativ neuen Bad in Karlsruhe. Vor allem kurz nach der Eröffnung kam es hier immer wieder zu kleineren und größeren Unfällen. Eine 36jährige Zahnärztin zog sich hier z. B. eine kleine, aber umso gemeinere Platzwunde im Kopfbereich zu. Blaue Flecken und Prellungen waren bei einer Vielzahl der Badegäste anfangs Gang und Gäbe. Den Schwimmbad-Betreiber in solchen Fällen haftbar zu machen, ist aber nur selten erfolgreich.

Verkehrssicherungspflicht eingehalten

Andere Stadt, anderes Schwimmbad: Hier schwang sich eine Besucherin durch eine ca. 90 Meter lange und kurvenreiche Rutsche. Unten angekommen währte die Freude nur solange, bis ein anderer Rutscher in sie hineinbrauste. Ein Schleudertrauma und der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung war die Folge. Der Unfallverursacher suchte sein Heil in der Flucht, die Geschädigte blieb zurück. Deshalb verklagte das Unfallopfer den Schwimmbadbetreiber auf Schmerzensgeld. Ohne Erfolg: Denn sowohl am Aufgang zur und dem Einstieg in die Rutsche waren Hinweisschilder aufgestellt, die klar aufzeigten, wie die Konstruktion zu nutzen sei. Zudem sei die Rutsche annähernd voll einsehbar und nicht besonders gefährlich. Damit ist der Schwimmbadbetreiber seiner Verkehrssicherungspflicht voll nachgekommen. Für das Zuwiderhandeln des unbekannten Unfallverursachers kann der Betreiber nicht zur Rechenschaft gezogen werden (Oberlandesgericht Koblenz Az.: 8 U 810/09).

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