Schützen Sie Ihre Daten vor der Krankenkasse

Spätestens seit Google Street View ist er wieder in aller Munde – der Datenschutz. Überall werden Daten von uns aufgenommen und gespeichert. Wenn wir mit Karte bezahlen, im Internet surfen oder zum Arzt gehen. Deshalb ist jeder Einzelne gefragt, seine Daten zu schützen – auch vor den Krankenkassen.

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Google fährt durch die ganze Welt und macht Fotos von Straßen und Häusern. Ein Aufschrei ging durch unsere Nation. „Und was ist mit dem Datenschutz?“, wurde moniert. „Mein Haus im World Wide Web! Kommt nicht in Frage!“, wurde klargestellt. Ja, wir Deutschen achten auf unsere Privatsphäre. Immer?

Der gläserne Bürger

Was sich viele nicht klarmachen, ist, dass wir vom gläsernen Bürger nicht mehr weit entfernt sind. Wir bezahlen mit Kreditkarte, haben Kunden- und Servicekarten, wir chatten in sozialen Netzwerken und stellen dort sogar freiwillig Bilder von unseren Liebsten aus. Es gibt die Schufa, die an die 440 Millionen Einzeldaten zur Kreditwürdigkeit gesammelt hat oder die HIS der Versicherung; eine schwarze Liste, die das Unternehmerrisiko von Versicherungsnehmern bewertet. Und auch die Krankenkassen versuchen immer wieder, ihren Datenbestand zu erweitern.

Enge Grenzen für die Kassen

Für die Datensammlleidenschaft der gesetzlichen Krankenkassen gibt es enge Grenzen. Wenn man als Versicherter plötzlich angehalten wird, einne Selbstauskunftbogen auszufüllen, Krankenhausentlassungsberichte zu schicken oder andere ärztliche Unterlagen an die Versicherung weiterzuleiten, sollte man stutzig werden. Denn medizinische Daten einzusehen, ist dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) vorbehalten. Haben gesetzliche Versicherungen Zweifel an oder Fragen zu ärztlichen Verordnungen wie Rehamaßnahmen oder Arbeitsunfähigkeiten u. ä., muss sich die Krankenkasse an den MDK wenden und möglicherweise sogar ein Gutachten in Auftrag geben.

Keine Verpflichtung von Krankenhäusern

Auch Krankenhäuser sind keinesfalls verpflichtet, Arztbriefe, Untersuchungsberichte, Befunde, ärztliche Gutachten, Röntgenaufnahmen oder Entlassungsbriefe an die Kassen weiterzuleiten. Trotzdem versuchen die gesetzlichen Krankenversicherungen es immer wieder. Selbstauskunftbögen und Schweigepflichtentbindungserklärungen sind z. B. ein gerne gewählter Weg, an mehr Informationen über ihre Mitglieder zu kommen. Grundsätzlich gilt deshalb immer: Keine Daten ungeprüft weitergeben. Scheuen Sie sich nicht, zu Fragen wofür die Daten bestimmt sind. Wer trotzdem unsicher bleibt, kann sich beim Datenschutzbeauftragten über die Rechtmäßigkeit der Anfrage informieren.

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