Schlechtes Arbeitsklima macht Mitarbeiter krank

Der aktuelle Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigt, das eine schlechte Unternehmenskultur mit einem höheren gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter einhergeht. Führungsstil und Bezahlung Ein cholerischer Chef, die mobbende Kollegin, Überforderung und wenig Pausen – eine schlechte Unternehmenskultur geht mit einem deutlich höheren gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter einher. Das zumindest zeigt eine Befragung unter rund […]

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Der aktuelle Fehlzeiten-Report des Wissenschaftlichen Instituts der AOK zeigt, das eine schlechte Unternehmenskultur mit einem höheren gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter einhergeht.

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Führungsstil und Bezahlung

Ein cholerischer Chef, die mobbende Kollegin, Überforderung und wenig Pausen – eine schlechte Unternehmenskultur geht mit einem deutlich höheren gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter einher. Das zumindest zeigt eine Befragung unter rund 2.000 Beschäftigten im aktuellen Fehlzeiten-Report 2016 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Teilnehmer wurden zum Beispiel befragt zu: Führungsstil, Mitarbeiterorientierung und Entlohnungsgerechtigkeit.

Das Ergebnis war klar: Jeder Vierte, der seine Unternehmenskultur als schlecht bewertete, war auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden. Ganz anders bei denen, die ihren Arbeitgeber positiv bewerteten: Hier war nur jeder Zehnte unzufrieden mit seinem Gesundheitszustand. Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Reports:

„Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit. Jedes Unternehmen, egal welcher Branche, sollte dieses Wissen nutzen.“

Die Zahlen lügen nicht

Im Einzelnen zeigte die Befragung das bei 27,5 Prozent der Befragten eine schlecht bewertete Unternehmenskultur mit gesundheitlicher Unzufriedenheit einhergeht. Dieser Anteil ist damit dreimal so hoch wie in der Vergleichsgruppe, die ihre Unternehmenskultur positiv wahrnimmt (8,9 Prozent).

Mehr als doppelt so häufig wird bei einer schlechten Unternehmenskultur außerdem über körperliche Beschwerden berichtet, die im Zusammenhang mit der Arbeitstätigkeit stehen (66,6 Prozent im Vergleich zu 32 Prozent bei einer guten Unternehmenskultur). Bei den psychischen Beschwerden sind die Verhältnisse ebenso (65,1 Prozent gegenüber 35,8 Prozent bei einer guten Unternehmenskultur).

Nur jeder Sechste bleibt daheim

Unterschiede gibt es auch im Umgang der Beschäftigten mit ihren Erkrankungen: Bei einer schlecht bewerteten Unternehmenskultur hat nahezu jeder Dritte (31 Prozent) im letzten Jahr mehr als zwei Wochen im Betrieb gefehlt. In der Vergleichsgruppe mit einer positiv erlebten Unternehmenskultur war dies nur etwas mehr als jeder Sechste (16,9 Prozent).

Letztlich hat die erlebte Unternehmenskultur auch Einfluss darauf, wie häufig entgegen dem ärztlichen Rat entschieden wird, krank zur Arbeit zu gehen: Während das nur 11,8 Prozent der Beschäftigten tun, die ihre Unternehmenskultur positiv erleben, zeigen Beschäftigte in Unternehmen mit einer schlechten Unternehmenskultur häufiger ein riskantes Verhalten (16,7 Prozent).

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