Schlafwandeln ist nicht versichert

Sie legen sich zur Ruhe, nur um später im Schlaf ihre Umgebung unsicher zu machen. Und dabei sind sie nicht mal abgesichert. Denn Schlafwandeln gilt als Bewusstseinsstörung und somit muss eine Unfallversicherung hier für Schäden nicht haften.

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Sie werden als mondsüchtig bezeichnet, als Traum-, Nacht- oder Schlafwandler tituliert, der Mediziner dagegen spricht vom Somnambulen. Einig ist den meisten Schlafwandlern, dass sie im Tiefschlaf aufstehen und unsicher umhergehen. Ihre Mimik ist steinern, die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt. Ein Erwecken des Betroffenen ist nur schwer möglich. Was lustig klingt, kann leider ernste Folgen haben. Immer wieder kommt es zu schweren Verletzungen von Schlafwandlern, weil sie z. B. abstürzen.

Vom Pinkeln im Kleiderschrank

Schlafwandeln ist nicht selten. Vor allem in Kindertagen kommt es häufig vor. Man geht davon aus, dass bis zu 30 Prozent aller Kinder im Alter von fünf bis 12 Jahren mindestens einmal des nächtens ihr Umfeld unsicher gemacht haben. Wer kennt sie nicht, die Geschichte vom Bruder, der in die Speisekammer, den Kleiderschrank oder die Schublade gepinkelt hat. Im Erwachsenenalter nimmt die Zahl der Betroffenen dann deutlich ab. Hier sind nach Schätzungen nur noch bis zwei Prozent betroffen. Gefährlich wird das Wandeln dann, wenn man z. B. das Haus oder die Wohnung verlässt. Denn Schlafwandler kennen meist nur einen Weg und der ist geradeaus. Unabhängig davon, ob Gefahr im Verzug ist. Diese ist für die Somnambulen nicht einschätzbar, sie bemerken sie nicht einmal. Ein Unfall ist dann schnell geschehen.

Bewusstseinsstörung im Schlaf

Wer jetzt auf die private Unfallversicherung setzt, findet sich nach der Schlafwandlerei noch zusätzlich in einem Albtraum wieder. Denn die Versicherung verweigert hier in den meisten Fällen die Haftung. Und das auch noch mit Recht. Denn laut einem Urteil des Oberlandesgericht Bamberg (Az.: OLG Bamberg 1 U 120/10) gilt die Schlafwandlerei als Bewusstseinsstörung, da man in diesem Zustand im Verhältnis zur „normalen“ Verfassung Sinneseindrücke nicht schnell und genau erfassen kann. Eingeschränkt sei auch die Möglichkeit diese geistig zu verarbeiten und adäquat auf die Sinneseindrücke zu reagieren. Laut Versicherungsvertragsgesetz sind Bewusstseinsstörungen vom Versicherungsumfang meist ausgeschlossen. Die Unfallversicherung muss also nicht bezahlen. Deshalb gilt für Schlafwandler und seine Angehörigen: Vor dem Zubettgehen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, damit es gar nicht erst zu Unfällen kommt.

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