Schimmel durch falsches Lüften trägt keine Versicherung

Der Winter geht dem Ende zu. In einigen Wohnungen zeigen sich jetzt hässliche, schwarze Flecken an Wänden und Möbeln. Sind diese durch falsches Lüften entstanden wird’s für den Mieter teuer. Denn bei Schimmel zahlt keine Versicherung.

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Er ist eklig, hässlich, gesundheitsgefährend und leider in fast jeder dritten deutschen Wohnung zu Hause. Die Rede ist von Schimmel. Sitzt er am Brot, ist es ein leichtes, ihn loszuwerden: ab in den Müll, Problem erledigt. Ganz anders sieht das aus, wenn der Pilzbefall an Wänden und/oder Möbeln auftritt. Die Entfernung des muffigen Problems geht dann ganz schnell ins Geld.

Streit vorprogrammiert

Streit zwischen Mieter und Vermieter ist vorprogrammiert. Die Verantwortung für das schimmelige Dilemma will meist keiner von beiden übernehmen. Der Mieter spricht von Baumangel, der Vermieter gibt dem Mieter die Schuld wegen Lüftungsfehlern. Verständlich wird das Streitpotential, wenn man weiß, dass es keine Versicherung gibt, die bei Schimmelschäden einspringt. Weder die Wohngebäudeversicherung des Hausbesitzers noch die Haftpflichtversicherung des Mieters wird hier haften. Entsprechend bleiben die Kosten für die Schimmelbehebung beim Verschulder hängen. Die einzige Ausnahme ist ein so genannter Folgeschaden, der bspw. nach einem – reparierten – Rohrbruch auftreten kann. Ist hier der eindeutige Nachweis erbracht, zahlt mit etwas Glück die Leitungswasserversicherung des Eigentümers.

Heizen, lüften, stellen

Für den Mieter bedeutet die fehlende Absicherung durch eine Versicherung, nachweislich richtig zu lüften und zu heizen. Kann ihm nachgewiesen werden, dass er Räume ungelüftet und ungeheizt lässt und dadurch Schimmel hervorruft, muss er die entstandenen Schäden auf eigene Kosten beseitigen. Damit das nicht passiert, sollte man folgende Tipps beachten:

· Richtig heizen: In Wohnräumen und Küche sollten um die 20 Grad, im Bad 21 Grad, im Schlafzimmer 18 Grad tags und ca. 15 Grad nachts erreicht werden. Die Heizung auch beim Verlassen der Wohnung nie ganz ausschalten, lieber nach unten regulieren. Werden Zimmer unterschiedlich beheizt, sollten die Zimmertüren geschlossen sein.
· Richtig lüften: Hier ist das Stichwort „Stoßlüften“. Das bedeutet, dass Fenster vollständig aufgemacht werden, wenige Minuten genügen. Wichtig ist dabei auch, querzulüften; also zwei gegenüberliegende Fenster gleichzeitig zu öffnen, auch wenn es dann kurzfristig „durchzieht“. Am besten lüftet man am Morgen und am Abend. Werden Räume ganztägig bewohnt, sollte man allerdings viermal täglich für Durchzug sorgen. Wichtig auch: Denken Sie an die Feuchtigkeitsentwicklung beim Kochen, Wäschetrocknen, Baden und Duschen oder Bügeln. Hier sollten die Räume noch während der Tätigkeit oder sofort im Anschluss durch Lüften von der Raumfeuchtigkeit befreit werden.
· Richtiges Stellen der Einrichtung: Möbel sollten – wenn überhaupt – dann nur mit einigen Zentimetern Abstand an Außenwänden aufgestellt werden. Auch für den Bodenkontakt gilt: Direktes Aufliegen kann schimmelproblematisch werden.

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One thought on “Schimmel durch falsches Lüften trägt keine Versicherung

  1. Kommentar Autor
    Frank Nittler
    Ein Kommentar

    Hallo,
    kurz zum Lüften und Heizen.

    Ich habe hier ein Schimmelproblem und mir einen Sachverständigen geleistet. Dieser hat mir auf falsches lüften folgend geantwortet: Dem Lüften wird zu viel Bedeutung angelastet, falsches lüften gibt es nicht und ruft keinen Schimmel hervor.

    Bei mir war der Grund schnell gefunden. Aussenthemperatur, Mauerthemperatur und Innenraumthemperatur. Im Winter sind aussen -10 bis -15 Grad, das Mauerwerk kühlt in der Winterzeit auf bis zu +5 Grad aus, je nach Isolierung und die Innenraumthemperatur beträgt 18-22 Grad. Dabei entsteht wie im Auto Kondenswasser im Mauerwerk und diese lässt sich schlicht durch lüften nicht trocknen, es sei denn man lässt den Raum dauerhaft auf Mauerthemperatur auskühlen. Früher oder später entsteht auch ohne Rohrbrüche oder anderes Schimmel.
    Den einzigsten Tip den er mir gab war, glatte Tapete oder glatten Untergrung, da Schimmel sich nicht ab glatten Flächen halten kann.
    Bestes beispiel ist das Badezimmer. Fliesen sind sauber aber die Fugen bilden mit der Zeit Schimmel.

    Gruss

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